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Cannabis Vaporizer: Alle Infos zu medizinischen Verdampfern für Cannabisblüten

Cannabis Vaporizer: Alle Infos zu medizinischen Verdampfern für Cannabisblüten

Birgit Spalt-Zoidl Autor von medizinischen Cannabis

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Birgit Spalt-Zoidl

10.09.20269 Min. zum Lesen
Cannabis Vaporizer: Alle Infos zu medizinischen Verdampfern für Cannabisblüten

Bei der medizinischen Cannabistherapie gibt es verschiedene Darreichungsformen für die Wirkstoffe der Cannabispflanze. Während beim Freizeitkonsum das Rauchen von Cannabis im Vordergrund steht, wird von dieser Konsumform in der Medizin aufgrund ihrer Gesundheitsschädlichkeit abgeraten – Lunge und Atemwege werden dabei unnötig gereizt.


Neben Cannabisextrakten beziehungsweise Cannabisölen ist in der Medizin die Verdampfung von Cannabis die beliebteste Darreichungsform. Die medizinischen Geräte, die dabei zum Einsatz kommen, erhitzen das Cannabis auf einen Bereich von 40–235 °C – dadurch verdampfen die Wirkstoffe und werden anschließend inhaliert.


Patient:innen, die das ihnen verschriebene medizinische Cannabis verdampfen, schützen im Vergleich zum Rauchen ihre Lunge und Atemwege und profitieren dabei von einem ebenso schnellen Wirkungseintritt wie beim Rauchen.


Doch wie funktionieren medizinische Verdampfer und werden sie nur für Cannabisblüten genutzt oder auch für andere Cannabispräparate? In diesem Artikel findest du es heraus.


Was ist ein medizinischer Verdampfer für Cannabisblüten?

Was ist ein medizinischer Verdampfer für Cannabisblüten?


Ein medizinischer Verdampfer für Cannabisblüten – wobei es auch medizinische Verdampfer für Cannabistropfen und Hybridmodelle gibt – ist ein Gerät, das Medizinalcannabis durch Hitze verdampft, damit es von Patient:innen inhaliert werden kann.


Die Temperaturen sind dabei so hoch, dass die im Cannabis enthaltenen Wirkstoffe, auch bekannt als Cannabinoide, fast vollständig gelöst und mit dem Dampf eingeatmet werden, jedoch gering genug, dass es nicht zur Verbrennung kommt.


Verdampfer gibt es neben den zertifizierten Medizinprodukten auch als Konsumgeräte in den unterschiedlichsten Preisklassen und Qualitätsstufen. Auch wenn es hochwertige Vape-Geräte gibt, sind medizinische Verdampfer für Patient:innen definitiv die bessere Wahl. Dafür gibt es mehrere Gründe, doch die wichtigsten Vorteile von medizinischen Verdampfern sind:


  • Geprüfte Qualität: Medizinische Verdampfer haben eine MDR-Zulassung, sie entsprechen also allen Vorschriften der EU-Medizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation, MDR). Sicherheit und Funktion sind ebenso gewährleistet wie die Unbedenklichkeit und Verträglichkeit der verbauten Materialien.
  • Regelmäßige Kontrollen: Hersteller, Geräte und die Lieferkette jeder einzelnen verbauten Komponente werden regelmäßig überprüft. Du kannst dich daher auf höchste Qualität verlassen – jetzt und in Zukunft.
  • Zuverlässige Wirkstoffabgabe: Die zertifizierten medizinischen Verdampfer sind besonders präzise im Hinblick auf Temperatur und Wirkstoffabgabe, was für die Cannabistherapie besonders wichtig ist.

Lifestyle-Vape-Geräte begeistern Konsument:innen zwar mit unzähligen modernen Features wie Bluetooth-Apps, Touch-Sensoren oder LED-Lichteffekten – viel wichtiger ist für Patient:innen aber die Zuverlässigkeit der Geräte: Medizinische Verdampfer sind besonders robust und können barrierefrei bedient und leicht desinfiziert werden. Tatsächlich wird hier bewusst auf fehleranfällige Komponenten verzichtet, um die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Geräte sicherzustellen.


Hinzu kommt, dass Ärzt:innen, wenn sie dir Medizinalcannabis zum Inhalieren verschreiben, auch ein Rezept für den medizinischen Verdampfer ausstellen können, wodurch du eine Rückerstattung bei der Krankenkasse beantragen kannst. Ob dir der Kaufpreis tatsächlich und nur teilweise oder vollständig rückerstattet wird, hängt von deiner Versicherung und deiner individuellen Deckung ab. Falls das für dich ein relevanter Faktor ist, wende dich bitte direkt an deine Krankenkasse und prüfe vorab, ob und in welcher Höhe eine Rückerstattung bewilligt wird.


Cannabis inhalieren: Verbrennung VS. Verdampfung


Sowohl beim Rauchen als auch beim Verdampfen werden die Wirkstoffe, allen voran THC und CBD, von Cannabis inhaliert und gelangen über die Lunge in den Körper. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass die Wirkung sehr schnell eintritt, nämlich schon nach 1–2 Minuten. Wenn akute Beschwerden mit medizinischen Cannabis behandelt werden sollen, ist das ideal.


Dennoch wird in der Medizin nur eine der beiden inhalativen Darreichungsformen angewandt, nämlich die Verdampfung. Das liegt daran, dass bei medizinischen Behandlungen immer die Vor- und Nachteile abgewogen werden: Und während die Wirkstoffaufnahme beim Rauchen und beim Verdampfen von Cannabis ähnlich gut ist, hat Rauchen einige nicht zu unterschätzende gesundheitliche Nachteile.


Bei der Verbrennung entstehen nämlich giftige Nebenprodukte wie unter anderem Kohlenstoffmonoxid, die Lunge und Atemwege schädigen. Da die Wirkstoffe beim Verdampfen von Cannabis zwar durch Hitze gelöst, nicht aber verbrannt werden, entfallen diese giftigen Nebenprodukte.


Dennoch birgt laut einer kleinen Studie von Johns Hopkins Medicine aus dem Jahr 2018 auch das Verdampfen gewisse Risiken – nämlich im Hinblick auf die richtige Dosierung bei Personen, die zum ersten Mal oder nur unregelmäßig Cannabis konsumieren. Die unter 17 Teilnehmenden über 6 Wochen hinweg durchgeführte Untersuchung zeigt, dass das verdampfte Cannabis stärker wirkt als das gerauchte, was neben einer beeinträchtigten Verkehrsfähigkeit auch zu einer Mehrung von Nebenwirkungen wie Erbrechen und Halluzinationen geführt hat.


Auch wenn diese Studie aufgrund ihrer geringen Größe nur eine bedingte Aussagekraft hat, sollten Ärzt:innen und Patient:innen diese Möglichkeit bei der Wahl der richtigen Dosierung für medizinisches Cannabis zu Beginn der Therapie berücksichtigen.


So funktionieren medizinische Verdampfer für Cannabis


Damit das Verdampfen von Cannabis richtig funktioniert, müssen einige Dinge zusammenkommen – diese hängen zwar teilweise vom verwendeten Gerät ab, gelten aber teilweise auch für alle Verdampfer.


In den meisten Verdampfern werden getrocknete Cannabisblüten vaporisiert. Diese bekommen Patient:innen entsprechend präpariert in der Apotheke, da das Pflanzenmaterial fein gerieben und gesiebt werden muss. Das vergrößert einerseits die Oberfläche und erleichtert andererseits die korrekte Dosierung. Von der Apotheke wird das Medizinalcannabis in den allermeisten Fällen bereits vordosiert in kleinen Papiertütchen ausgegeben.


Manche Geräte können aber auch mit Flüssigkeiten genutzt werden. Hierbei kommt meistens Dronabinol zum Einsatz, also synthetisch hergestelltes THC, allerdings nicht in öliger Form, sondern nur in Alkohol gelöst.


Wenn das Medizinalcannabis in der verschriebenen Form im Verdampfer ist, wird es erhitzt, üblicherweise auf 210 °C. Das Erhitzen hat eine besondere Bedeutung nicht nur, um die Wirkstoffe zu verdampfen, sondern auch, um sie überhaupt erst zu aktivieren: Wenn mit getrocknetem Pflanzenmaterial gearbeitet wird, liegen die Cannabinoide noch nicht in ihrer aktiven Form vor. In der Cannabisblüte finden sich nämlich lediglich Vorstufen der Wirkstoffe, die wir medizinisch einsetzen. Der notwendige Prozess zur Umwandlung der Vorstufen von THC und CBD in die aktiven Wirkstoffe heißt Decarboxylierung und geschieht durch Hitzezufuhr.


Wenn das Cannabis verdampft ist, wird das so entstandene Aerosol von Patient:innen eingeatmet, üblicherweise über ein Mundstück oder bei Tischgeräten auch über einen Ballon mit Mundstück – hierbei wird zuerst der Ballon befüllt, dann vom Verdampfer genommen und der:die Patient:in kann den Dampf in Ruhe auch in Entfernung vom Tischgerät inhalieren.


Arten von medizinischen Verdampfern für Cannabis

Arten von medizinischen Verdampfern für Cannabis


In Deutschland stehen 2026 mehrere medizinische Verdampfer zur Verfügung: die MDR-zertifizierten Geräte MIGHTY+ MEDIC und VOLCANO MEDIC 2 vom Traditionshersteller Storz & Bickel, das ebenfalls zertifizierte Curaleaf Que Medical Inhalation Device (QMID), sowie der AroMed 4.0, der in der Medizin seit über 20 Jahren zur Verdampfung von Heilpflanzenwirkstoffen eingesetzt wird.


Sie alle haben für Patient:innen verschiedene Vorteile, auf die wir gleich noch genauer eingehen. Hier jedenfalls ein erster kurzer Überblick über die vier zertifizierten medizinischen Verdampfer für Cannabis:


MIGHTY+ MEDICVOLCANO MEDIC 2AroMed 4.0Curaleaf QMID
Portabel?Ja (akkubetriebener Verdampfer)Nein (Tischgerät mit Stromkabel)Nein (Tischgerät mit Stromkabel)Ja (akkubetriebener Pen)
Verdampft Cannabis in welcher Form?Getrocknete CannabisblütenGetrocknete Cannabisblüten, in Alkohol gelöstes Dronabinol (THC)Getrocknete Cannabisblüten, ExtrakteSpezielle Kartuschen (proprietäres System)
Temperaturbereich für die Decarboxylierung?40–210 °C40–210 °Cbis 235 °Ckeine Information

Wie du siehst, ist die erste wichtige Frage bei der Wahl des Verdampfers für Cannabis, ob dein Gerät portabel sein muss oder nicht. Wenn Patient:innen Medizinalcannabis nur Zuhause konsumieren, bietet der VOLCANO MEDIC 2 zum Beispiel den Vorteil, dass er sowohl getrocknete Cannabisblüten als auch in Alkohol gelöstes Dronabinol verdampfen kann. Auch der AroMed 4.0 ist ein nicht mobiles Tischgerät, das in der Medizin bereits seit über 20 Jahren zur Verdampfung von Wirkstoffen aus Heilpflanzen eingesetzt wird.


Wer ein mobiles Gerät bevorzugt, ist mit dem MIGHTY+ MEDIC gut beraten, welcher mit einem einfachen USB-C-Kabel aufgeladen wird. Auch der Curaleaf QMID ist portabel und wird mit USB-C-Kabel geladen. Der Pen kam erst 2025 auf den Markt und begeistert durch die besonders unkomplizierte Handhabung, hat jedoch den Nachteil, dass er nur mit den speziellen Curaleaf-Kartuschen funktioniert.


Welches Gerät im Einzelfall die beste Wahl ist, entscheidet der:die behandelnde Arzt:Ärztin basierend auf deiner individuellen Situation.


Vorteile von medizinischen Verdampfern für die Cannabistherapie


Patient:innen profitieren bei der Verdampfung von medizinischen Cannabis von unterschiedlichen Vorteilen, was die Beliebtheit dieser Darreichungsform erklärt. Hier die wichtigsten Vorteile für Patient:innen im Überblick:


  • Weniger Gesundheitsrisiken: Verdampftes Cannabis schont im Vergleich zum Rauchen Atemwege und Lunge
  • Schneller Wirkungseintritt: Bei der Inhalation von verdampftem Cannabis kommen die Wirkstoffe besonders schnell ins Blut
  • Maximale Effizienz: Medizinische Verdampfer überzeugen mit einer besonders hohen Wirkstoffausbeute, was Kosten spart
  • Mehr Diskretion: Da verdampftes Cannabis viel weniger geruchsintensiv ist als gerauchtes Cannabis können Patient:innen Stigmatisierung vermeiden
  • Günstigere Anschaffung: Auch wenn medizinische Verdampfer mit MDR-Zulassung teurer sind als Lifestyle-Vape-Geräte, werden die Kosten möglicherweise teilweise oder vollständig von der Versicherung getragen

Im Hinblick auf die präzise Dosierung und Standardisierung der Cannabistherapie gilt, dass das Verdampfen zwar besser abschneidet als das Rauchen von Cannabis, hier jedoch andere Darreichungsformen noch besser sind: Standardisierte Extrakte, Dronabinol und Fertigarzneimittel wie das Mundspray Sativex® überzeugen Ärzt:innen durch die bessere Datenlage und zuverlässige Dosierung.


Häufig gestellte Fragen zu medizinischen Verdampfer für Cannabisblüten


Was ist der medizinische Vorteil von Cannabis-Verdampfern gegenüber Rauchen?


Medizinische Verdampfer reduzieren schädliche Verbrennungsprodukte wie Teer und Kohlenmonoxid deutlich, da das Pflanzenmaterial erhitzt statt verbrannt wird. Sie erhitzen das medizinische Cannabis auf 160–210 °C, ohne es zu verbrennen, was eine besonders effiziente Wirkstoffextraktion ermöglicht.


Welche medizinischen Verdampfer sind in Deutschland zugelassen?


Der VOLCANO MEDIC 2 (stationär) und der MIGHTY+ MEDIC (tragbar) von Storz & Bickel sind medizinisch zertifizierte Geräte, ebenso wie der AroMed 4.0 und der neue Curaleaf QMID. Unter bestimmten Voraussetzungen können Krankenkassen die Anschaffungskosten für die medizinischen Verdampfer übernehmen.


Welche Temperatur ist optimal zum Verdampfen von medizinischem Cannabis?


Beim Verdampfen wird das Medizinalcannabis auf 160–230 °C erhitzt. Diese Temperaturen stellen eine optimale Wirkstoffausbeute sicher, ohne das Cannabis zu verbrennen – Patient:innen profitieren daher vom gesamten Wirkspektrum der verdampften Cannabinoide und werden gleichzeitig vor den stark gesundheitsschädlichen Verbrennungsstoffen geschützt.


Wie unterscheiden sich der VOLCANO MEDIC 2 und der MIGHTY+ MEDIC?


Der VOLCANO MEDIC 2 ist ein stationäres Gerät, das sowohl die Inhalation via Ballon als auch via Schlauch ermöglicht und einen Temperaturbereich von 40–210 °C abdeckt. Neben Cannabisblüten können Patient:innen mit ihm auch in Alkohol gelöstes Dronabinol (THC) verdampfen. Der MIGHTY+ MEDIC hingegen ist ein tragbares Gerät, das zwar den gleichen Temperaturbereich abdeckt, allerdings nur zum Verdampfen von Cannabisblüten geeignet ist.


Wie schnell tritt die Wirkung von verdampftem Cannabis ein?


Beim Verdampfen und Inhalieren von Medizinalcannabis tritt die Wirkung schon nach 1–2 Minuten ein und erreicht ihr Maximum nach etwa 15 Minuten. Die Gesamtwirkung hält je nach Dosis und individueller Toleranz etwa 2–4 Stunden an.


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Birgit Spalt-Zoidl Autor von medizinischen Cannabis

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Birgit Spalt-Zoidl ist Übersetzerin, Copywriterin und Tone-of-Voice-Beraterin für große und kleine Firmen. Im Zentrum steht bei ihren Texten und Übersetzungen immer, dass sie für die Leser:innen gut verständlich sind und die Inhalte zu den Zielen sowie der Markenstimme des jeweiligen Unternehmens passen. Sie schreibt leicht lesbare Texte und bereitet komplexe Sachverhalte so auf, dass sie greifbar und klar werden.

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