Cannabisöl: Alles über Herstellung & Anwendung in der Medizin
Cannabisöl: Alles über Herstellung & Anwendung in der Medizin

Autor
Birgit Spalt-Zoidl

Cannabisöl ist in Deutschland ein rezeptpflichtiges Medikament, das in der Medizin basierend auf der Herstellung, bei der Extraktionsverfahren zum Einsatz kommen, auch gerne Cannabisextrakt genannt wird. Seit der Teillegalisierung von Cannabis 2024 wird das Öl oft als Darreichungsform für medizinisches Cannabis gewählt, da es vor allem in Hinblick auf Verträglichkeit und Dosierung viele Vorteile bietet. Doch was genau ist Cannabisöl eigentlich?
Was ist Cannabisöl?
Der Begriff Cannabisöl wird relativ unspezifisch für ölige Extrakte aus der Cannabispflanze verwendet, welche THC und CBD in unbestimmten Mengen enthalten. Cannabisöl ist eine der beliebtesten Darreichungsformen in der Cannabistherapie: Nicht nur ist es besonders gut verträglich und sehr präzise dosierbar, es kann auch diskret eingenommen werden und hat eine relativ lange Wirkdauer.
Eine im Mai 2026 unter deutschen Apotheker:innen durchgeführte Umfrage der IFH Köln bestätigt, dass Cannabisextrakte in Form von Cannabisöl oder -tropfen mit 44 % aller Cannabis-Verschreibungen die häufigste Darreichungsform noch vor Cannabisblüten sind, welche etwa 30 % der Rezepte ausmachen.
Auch wenn der Begriff Cannabisöl vor allem gemeinsprachlich sehr unspezifisch genutzt wird, gibt es einige begriffliche Unterscheidungen, die wir uns nun etwas genauer ansehen. Grundsätzlich gilt, dass Cannabisöl die Cannabinoide THC und/oder CBD enthält, welche auf das zentrale Nervensystem wirken. Demgegenüber steht Hanfsamenöl, das ein ganz normales Speiseöl ohne Wirkstoffe ist. Dieser Unterschied kommt daher, dass Hanfsamenöl, wie der Name schon sagt, aus den Samen der Hanfpflanze hergestellt wird – genauer gesagt aus dem Samen von THC-armem Nutzhanf. Cannabisöl hingegen wird aus den cannabinoidhaltigen Blüten der Hanfpflanze hergestellt.
Interessant ist auch die Abgrenzung zu Haschischöl, auch Haschöl oder umgangssprachlich THC-Öl genannt. Tatsächlich ist Haschischöl etwas völlig Anderes als Cannabisöl: Es handelt sich dabei nämlich gar nicht um ein Öl, sondern um einen öligen Harzextrakt, der aus Cannabisblüten gewonnen wird. Haschischöl hat einen hohen Wirkstoffgehalt von durchschnittlich 15–20 % THC, kann aber sogar bis zu 70 % erreichen. In der Medizin wird es kaum eingesetzt.
THC-Öl VS. CBD-Öl
Unter den Cannabisölen gibt es verschiedene Arten, die aufgrund ihrer Wirkstoffe unterschieden werden: THC-Öl, CBD-Öl und ausgeglichene Cannabisöle. Hier die Unterschiede auf einen Blick:
| THC-Öl | CBD-Öl | Ausgeglichenes Cannabisöl |
|---|---|---|
| enthält nur oder vorwiegend THC | enthält nur oder vorwiegend CBD (THC-Gehalt < 0,2 %) | enthält CBD und THC etwa im Verhältnis 1:1 |
| apothekenpflichtig | frei verkäuflich | apothekenpflichtig |
| psychoaktiv | nicht psychoaktiv | psychoaktiv |
Ob ein THC-dominantes, ausgeglichenes oder CBD-dominantes Cannabisöl im Einzelfall die beste Wahl ist, entscheiden die behandelnden Ärzt:innen immer nach deiner individuellen Situation als Patient:in und der jeweiligen Indikation.

Vollspektrum VS. Breitspektrum VS. Isolat
Zusätzlich zur Unterscheidung basierend auf THC- und CBD-Gehalt werden Cannabisöle auch nach Zusammensetzung und Wirkstoffprofil in drei Arten unterschieden. Die erste Form sind Isolate, welche nur einen einzigen Wirkstoff enthalten. Breitspektrumextrakte hingegen enthalten mehrere Wirkstoffe, aber kein THC, wohingegen Vollspektrumextrakte alle Wirk- und anderen Inhaltsstoffe der Cannabisblüte enthalten.
| Vollspektrumextrakt | Neben den Wirkstoffen THC, CBD und anderen Cannabinoiden sowie den Terpenen enthalten Vollspektrumextrakte auch alle anderen natürlichen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze. |
|---|---|
| Breitspektrumextrakt | Breitspektrumextrakte enthalten mehrere Cannabinoide und Terpene, jedoch kein psychoaktives THC. |
| Isolat | Isolate sind frei von jeglichen Pflanzenstoffen und enthalten nur den gewünschten Wirkstoff – in der Regel entweder CBD oder THC. |
Im Zusammenhang mit Vollspektrum-Öl, welches besser unter dem Begriff Vollspektrumextrakt bekannt ist, fällt oft der Begriff Entourage-Effekt und wird als schlagendes Argument für diese Art von Cannabisöl vorgebracht. Gemeint ist damit das scheinbare Zusammenspiel verschiedener Inhalts- und Wirkstoffe, welches Berichten zufolge bewirken soll, dass ein Vollspektrumextrakt „mehr als die Summe seiner Teile“ ist. Dieser Effekt ist zwar möglich, wissenschaftlich jedoch nicht bewiesen – mehr über dieses spezielle Thema erfährst du in unserem Beitrag zum Entourage-Effekt.
So wird medizinisches Cannabisöl hergestellt
Bei der Herstellung von Cannabisöl kommt in den meisten Fällen die CO2-Extraktion zum Einsatz, dicht gefolgt von der Ethanolextraktion. Beide Verfahren sind für die Herstellung von medizinisch genutzten Extrakten geeignet – sie sind übrigens auch der Grund, warum im Medizinbereich häufig die Rede von Cannabisextrakten ist. Die so gewonnenen Extrakte werden mit einem Trägeröl gemischt, um den gewünschten Wirkstoffgehalt zu erzielen, und werden so zu Cannabisölen.
Als Trägeröle kommen zumeist MCT-Öle und manchmal Hanfsamenöl oder andere Pflanzenöle zum Einsatz. Wichtig ist dabei, dass das Trägeröl chemisch stabil ist, damit auch die Cannabinoide THC und CBD stabil darin gelöst bleiben. Welches Trägeröl konkret zum Einsatz kommt, hängt vom Hersteller ab, allgemein lässt sich jedoch sagen, dass vor allem in CBD-Öl auch andere Pflanzenöle und unter anderem Hanfsamenöl zum Einsatz kommen, wohingegen in der Medizin MCT-Öle, die in der Regel aus Kokos- oder Palmöl hergestellt werden, zumeist die erste Wahl sind.
Die CO2-Extraktion zur Herstellung von Cannabisöl
Bei der CO2-Extraktion wird Kohlenstoffdioxid (CO2) durch eine Kombination aus Hitze und Druck in den sogenannten überkritischen Zustand versetzt, in dem es die Eigenschaften von Gas und Flüssigkeit in sich vereint. In diesem überkritischen Zustand ist CO2 ein sehr effektives Lösungsmittel, das nicht nur besonders tief in das Pflanzenmaterial eindringen kann, sondern auch leicht verfügbar und ungiftig ist. Es ist somit ideal für die Extraktion geeignet.
Ablauf der CO2-Extraktion zur Herstellung von Cannabisöl:
- Vorbereitung der Blüten: Die Cannabisblüten werden geerntet und entweder auf traditionelle Art und Weise oder gefriergetrocknet. Im Anschluss werden die getrockneten Cannabisblüten zermahlen, um die Oberfläche zu erhöhen.
- Decarboxylierung: Da in der Cannabispflanze lediglich die Vorstufen der Cannabinoide enthalten sind und diese erst durch Hitze ihre psychoaktive Wirkung entfalten, muss das Pflanzenmaterial auf 100–150 °C erhitzt werden. Dieser Prozess wird Decarboxylierung genannt und wird meistens vor der Ethanolextraktion durchgeführt, da das die Ausbeute der bioaktiven Verbindungen steigert – er kann aber auch während des Extraktionsprozesses oder erst danach durchgeführt werden.
- CO2 in überkritischen Zustand bringen: Wenn das Pflanzenmaterial getrocknet, gemahlen und decarboxyliert ist, wird das CO2 in einer Hochdruckanlage in den überkritischen Zustand versetzt.
- Extraktion: Nun wird das überkritische CO2 durch das Pflanzenmaterial gepresst, um die Cannabinoide und Terpene aus der Cannabisblüte zu binden. Durch die gezielte Anpassung von Druck und Temperatur können bestimmte Verbindungen bevorzugt extrahiert werden, was die Gewinnung von Cannabisölen mit verschiedenen Wirkstoffkombinationen erleichtert.
- Trennung von CO2 und Cannabisextrakt: Im nächsten Schritt wird der Druck reduziert. Dadurch verdampft das CO2 vollständig und kann recycelt werden. Es bleiben keine Rückstände, sodass ein besonders reiner Cannabisextrakt mit einer hohen Cannabinoid- und Terpen-Konzentration bleibt.
Das Ergebnis der CO2-Extraktion ist ein potenter Cannabis-Vollspektrumextrakt, welcher durch weitere Reinigungs- und Filtrationsschritte wie die Winterisierung in Breitspektrumextrakte und Isolate weiterverarbeitet werden kann – oder durch Mischen mit einem Trägeröl zu medizinisch nutzbarem Cannabisöl.
Die Vorteile der CO2-Extraktion für die Cannabisöl-Herstellung sind vielfältig:
- Das so gewonnene Produkt ist besonders rein und für die medizinische Anwendung geeignet und sicher.
- Der Prozess ist besonders umweltfreundlich, da das CO2 ungiftig ist und vollständig recycelt werden kann.
- Die CO2-Extraktion ist skalierbar und somit für industrielle Prozesse im großen Maßstab geeignet.
- Da für die CO2-Extraktion keine hohen Temperaturen nötig sind, ist der Prozess besonders schonend: Bei den nötigen 31–40 °C werden hitzeempfindliche Stoffe wie Terpene nicht beschädigt. Das ist besonders für die Herstellung von Vollspektrum-Cannabisölen ein entscheidender Vorteil.
- Durch die gezielte Veränderung von Druck und Temperatur können mit der CO2-Extraktion spezifische Verbindungen bevorzugt extrahiert werden.
Ethanolextraktion
Aus medizinischer Sicht ist die Ethanolextraktion das zweitwichtigste Verfahren für die Gewinnung der in Cannabisöl genutzten Extrakte. Das Lösungsmittel bei der Ethanolextraktion ist Ethylalkohol, also reiner Alkohol.
Ablauf der Ethanolextraktion zur Herstellung von Cannabisöl:
- Vorbereitung der Blüten: Die Cannabisblüten werden geerntet und entweder auf traditionelle Art und Weise oder gefriergetrocknet. Im Anschluss werden die getrockneten Cannabisblüten zermahlen, um die Oberfläche zu vergrößern.
- Decarboxylierung: Da in der Cannabispflanze lediglich die Vorstufen der Cannabinoide enthalten sind und diese erst durch Hitze ihre psychoaktive Wirkung entfalten, muss das Pflanzenmaterial auf 100–150 °C erhitzt werden. Dieser Prozess wird Decarboxylierung genannt und wird meistens vor der CO2-Extraktion durchgeführt, da das die Ausbeute der bioaktiven Verbindungen steigert – er kann aber auch während des Extraktionsprozesses oder erst danach durchgeführt werden.
- Extraktion: Das zermahlene Pflanzenmaterial wird nun für mehrere Tage bis zu Wochen in Ethanol eingelegt, um Cannabinoide, Terpene und andere Inhaltsstoffe aus den Cannabisblüten zu lösen. Um den Prozess zu beschleunigen, wird dieses Gemisch manchmal auf 40–60 °C erwärmt, ansonsten passiert das meistens bei Raumtemperatur.
- Eine Variante der Ethanolextraktion ist die Kälteextraktion, welche bei –40 bis –80 °C durchgeführt wird. Dieser Prozess wird auch Kryoextraktion genannt und reduziert die Zahl der nötigen Reinigungsschritte im Weiteren. Ein Vorteil der Kälteextraktion ist, dass hitzeempfindliche Terpene geschont werden und gleichzeitig eine selektivere Lösung der gewünschten Verbindungen möglich ist, während Wachse, Fette und Chlorophyll zurückbleiben.
- Trennung von Ethanol und Cannabisextrakt: Nun wird der Ethanol verdampft, sodass nur der Roh-Cannabisextrakt zurückbleibt.
- Reinigung: Abschließend werden unerwünschte Pflanzenstoffe wie Wachse, Fette und Chlorophyll durch verschiedene Reinigungs- und Filterprozesse entfernt. Übrig bleibt nichts als der reine Cannabisextrakt mit einer hohen Cannabinoid- und Terpen-Konzentration, welcher für die Weiterverarbeitung zu Cannabisöl geeignet ist.
Da die Ethanolextraktion keine Hochdruckanlage erfordert, ist sie im Vergleich zur CO2-Extraktion günstiger. Sie gilt ebenfalls als sehr effizient und eignet sich auch für große Produktionsmengen. Nachteile sind, dass es zu Lösungsmittelrückständen und Terpenverlusten kommen kann, wenn unsauber oder mit zu hohen Temperaturen gearbeitet wird.
Synthetische Herstellung: Dronabinol
Neben den Extraktionsmethoden, bei denen die Cannabinoide aus den Cannabisblüten gewonnen werden, gibt es bei Delta-9-Tetrahydrocannabinol, gemeinsprachlich THC genannt, auch noch eine weitere Herstellungsmethode, nämlich das Synthetisieren des Wirkstoffs im Labor. Dieser synthetisierte Wirkstoff ist unter dem internationalen Freinamen (INN) Dronabinol bekannt und entspricht chemisch 1:1 THC.
Dronabinol wird entweder aus dem in Zitrusfrüchten vorkommenden Terpen Limonen oder aus THC-armem Nutzhanf hergestellt und ist stark oxidationsempfindlich. Bei Raumtemperatur ist Dronabinol ein festes, blassgelbes bis farbloses Harz, welches von Apotheken zu Cannabisöl, einer Lösung oder Kapseln weiterverarbeitet wird.
Dazu müssen Apotheken das Harz auf 60–80 °C erwärmen und können dieses dann mit Öl oder Fett mischen, um die öligen Tropfen oder Kapseln herzustellen. Alternativ gibt es seit 2025 eine Dronabinol-Lösung, welche Apotheken nur mehr mit einer Trägerlösung verdünnen müssen, um das standardisierte Arzneimittel “Ölige Dronabinol-Lösung 25 mg/ml” zu erhalten.
Dronabinol wird in erster Linie für die Herstellung von THC-dominanten Cannabisölen und für die Darreichung von THC in Kapseln verwendet.

Arten von Cannabisöl
Die verschiedenen Arten von Cannabisöl haben auch verschiedene Einsatzgebiete in der Medizin, welche in erster Linie von der jeweiligen Wirkstoffkombination abhängen. In Deutschland gibt es standardisierte, rezeptpflichtige THC-Öle und frei verkäufliche CBD-Öle, aktuell (Sommer 2026) jedoch keine standardisierten Rezepturen mit einem ausgeglichenen THC/CBD-Gehalt.
Ein Arzneimittel mit ausgewogenem THC/CBD-Gehalt ist das Mundspray Sativex®, welches zur Behandlung von schweren Krämpfen bei Multipler Sklerose (MS) eingesetzt wird. Das Mundspray enthält THC und CBD im Verhältnis 27:25 mg und hat somit eine ausgewogene Wirkstoffkombination der beiden Cannabinoide – Sativex® ist allerdings eine Lösung und kein Öl.
Theoretisch können Apotheken aus Dronabinol (THC) und reinem CBD, welches ebenfalls als Rezeptursubstanz erhältlich ist, Arzneimittel mit individuellem Wirkstoffverhältnis herstellen, in der Praxis kommt das aber nicht oft vor. Die meisten Apotheken fokussieren sich auf die standardisierten Cannabisprodukte und zugelassene Cannabis-Arzneimittel.
THC-dominante Cannabisöle
THC-dominante Cannabisöle sind in Deutschland in der Regel als ölige Dronabinol-Tropfen in Umlauf. Diese Tropfen werden in der Apotheke auf Bestellung hergestellt und sind nur auf Rezept verfügbar. Es gibt zwei standardisierte Rezepturen dafür: Einmal ölige Dronabinol-Tropfen mit 25 mg/ml und einmal mit 50 mg/ml.
Unter anderem werden THC-dominante Cannabisöle wie ölige Dronabinol-Tropfen in Deutschland bei folgenden Indikationen eingesetzt:
- chronische Schmerzen
- durch Chemotherapie hervorgerufene Übelkeit und Erbrechen
- Spastizität bei Multipler Sklerose (MS)
- Appetitverlust und Gewichtsabnahme bei AIDS- und Tumorpatient:innen
Ob und wie genau THC-dominante Cannabisöle eingesetzt werden, entscheiden immer deine Ärzt:innen – auch genaue Informationen zur Dosierung und richtigen Einnahme bekommst du von deinen Ärzt:innen sowie in der Apotheke. Bedenke, dass Cannabisöle mit THC ein rezept- und apothekenpflichtiges Arzneimittel sind, welches Nebenwirkungen haben und bei dem es mit anderen Medikamenten zu Wechselwirkungen kommen kann. Besondere Vorsicht ist bei der gleichzeitigen Einnahme mit Blutverdünnern, Antibiotika, Sedativa, Opiaten, Antiepileptika und anderen im zentralen Nervensystem wirkenden Medikamenten geboten.
CBD-dominante Cannabisöle
Da CBD keine berauschende Wirkung hat, ist CBD-Öl frei verkäuflich – im Gegensatz zu Cannabisölen, die THC enthalten, brauchen Patient:innen dafür weder ein Rezept, noch müssen sie CBD-Öl in der Apotheke besorgen. Trotzdem wird empfohlen, dass du CBD-Öl immer in der Apotheke kaufst, weil du dich hier auf pharmazeutische Qualität verlassen kannst. Da es laut Verbraucherzentrale immer wieder zu Qualitätsproblemen bei CBD-Öl kommt, ist das hier besonders wichtig.
Auch wenn die Wirkung von CBD im Körper nicht abschließend wissenschaftlich nachgewiesen ist, werden dem Cannabinoid anti-entzündliche sowie schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben. Es soll auch angstlösende und beruhigende Effekte haben. Aktuell untersucht wird die Behandlung mit CBD bei Patient:innen mit chronisch entzündlichen Erkrankungen und neuropathischen Schmerzen sowie Angststörungen und Depression, aber auch der Einsatz von CBD zur Behandlung von Schlafproblemen wird untersucht.
Das einzige in der EU zugelassene CBD-Arzneimittel ist das verschreibungspflichtige Epidyolex, welches bei Epilepsie sowie in Kombination mit anderen Medikamenten zur Behandlung von Krampfanfällen bei seltenen Erkrankungen wie dem Dravet-Syndrom und dem Lennox-Gastaut-Syndrom eingesetzt wird.
Medizinische Anwendung von Cannabisöl
Wie du siehst, gibt es unzählige Arten von Cannabisöl – zwischen verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Cannabisölen, Isolaten sowie Breit- und Vollspektrumextrakten ist es gar nicht so einfach, die richtige Lösung zu finden. Aus diesem Grund solltest du dich immer an deine:n behandelnde:n Arzt:Ärztin wenden, wenn du dich für eine Cannabistherapie interessierst.
Die Wahl des richtigen Cannabisöls sowie dessen richtige Dosierung und Anwendung hängt neben deinen individuellen Beschwerden auch stark von deiner Medikation sowie deiner Lebenssituation ab.
So sind Cannabisöle beispielsweise nicht für Kinder, Schwangere oder in der Stillzeit geeignet. Auch bei Patient:innen, die unter anderem Blutverdünner, Antibiotika, Sedativa, Opiate, Antiepileptika und andere im zentralen Nervensystem wirkende Medikamente bekommen, sollten THC-haltige Arzneimittel nicht angewandt werden. Zusätzlich zu den möglichen Wechselwirkungen sind aber auch die Nebenwirkungen einer Cannabistherapie nicht zu unterschätzen.
Aus diesen Gründen – und weil die Studienlage derzeit noch sehr dürftig ist – sind Ärzt:innen beim Verschreiben von Cannabismedikamenten wie Cannabisöl in der Regel vorsichtig. Sie folgen zumeist dem „Start low, go slow“-Prinzip und steigern die Dosierung schrittweise, um die beste Lösung im Einzelfall zu finden und begleiten Patient:innen vor allem in der Einstellungsphase engmaschig, um die sichere Anwendung zu gewährleisten.
Häufig gestellte Fragen zu Cannabisöl
Was ist der Unterschied zwischen Cannabisöl, CBD-Öl und THC-Öl?
Cannabisöl ist ein unspezifischer Überbegriff für ölige Lösungen mit Cannabis-Wirkstoffen. Diese können synthetisch hergestellt oder durch Extraktion aus der Cannabispflanze gewonnen werden – das Extraktionsverfahren ist auch der Grund, warum oft die Rede von Cannabisextrakten ist.
CBD-Öl enthält hauptsächlich Cannabidiol ohne psychoaktive Wirkung, während THC-Öl Delta-9-Tetrahydrocannabinol enthält und psychoaktiv ist. Sowohl CBD-Öl als auch THC-Öl sind Cannabisöle.
Wie wird medizinisches Cannabisöl hergestellt?
Medizinisches Cannabisöl, auch Cannabisextrakt genannt, wird durch Extraktionsverfahren hergestellt. Die häufigste Methode ist die CO2-Extraktion, gefolgt von der Ethanolextraktion. Die so aus der Cannabispflanze gelösten Cannabinoide und Terpene werden dann mit einem Trägeröl gemischt, um ein Cannabisöl mit dem gewünschten Wirkstoffgehalt zu erzielen. THC (Dronabinol) kann auch im Labor synthetisiert und in Apotheken weiter zu Cannabisöl verarbeitet werden.
Welche Arten von Cannabisöl gibt es in Deutschland?
In Deutschland gibt es drei Arten von Cannabisölen: verschreibungspflichtige THC-Öle, frei verkäufliche CBD-Öle und Vollspektrum-Extrakte, welche alle Cannabinoide, Terpene und natürlichen Pflanzenstoffe der Cannabis-Pflanze enthalten und ebenfalls verschreibungspflichtig sind.
Welche Vorteile hat Cannabisöl gegenüber anderen Darreichungsformen?
Es gibt verschieden Gründe dafür, dass Cannabisöl als Darreichungsform besonders beliebt ist: Es kann sehr präzise dosiert werden und ist gut verträglich, hat eine lange Wirkdauer sowie eine hohe Bioverfügbarkeit und kann im Gegensatz zu Cannabisblüten sehr diskret eingenommen werden.
Autoren

Birgit Spalt-Zoidl
LinkedInBirgit Spalt-Zoidl ist Übersetzerin, Copywriterin und Tone-of-Voice-Beraterin für große und kleine Firmen. Im Zentrum steht bei ihren Texten und Übersetzungen immer, dass sie für die Leser:innen gut verständlich sind und die Inhalte zu den Zielen sowie der Markenstimme des jeweiligen Unternehmens passen. Sie schreibt leicht lesbare Texte und bereitet komplexe Sachverhalte so auf, dass sie greifbar und klar werden.
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