Vollspektrumextrakte: Alle Infos über Cannabisextrakte mit komplettem Wirkstoffprofil
Vollspektrumextrakte: Alle Infos über Cannabisextrakte mit komplettem Wirkstoffprofil

Autor
Birgit Spalt-Zoidl

Während beim Freizeitkonsum von Cannabis in erster Linie Cannabisblüten genutzt werden, gibt es für medizinisches Cannabis mehrere Darreichungsformen mit verschiedene Vor- und Nachteilen. Eine davon sind Cannabisextrakte. Diese sind in der Medizin beliebt, weil sie besonders gut verträglich sind, eine präzise Dosierung ermöglichen und der Wirkstoffgehalt gesichert und gleichbleibend ist.
Was ist ein Cannabis-Vollspektrumextrakt?
Cannabisextrakte gibt es in verschiedenen Formen welche sich in Zusammensetzung und Wirkstoffprofil unterscheiden, nämlich als Vollspektrumextrakt, Breitspektrumextrakt und Isolat. Während letztere nur aus einem einzigen Wirkstoff bestehen, enthalten Breitspektrumextrakte mehrere Wirkstoffe, aber kein THC, und Vollspektrumextrakte alle Wirk- und anderen Inhaltsstoffe der Cannabisblüte.
| Vollspektrumextrakt | Neben den Wirkstoffen THC, CBD und anderen Cannabinoiden sowie den Terpenen enthalten Vollspektrumextrakte auch alle anderen natürlichen Inhaltsstoffe der Cannabispflanze. |
|---|---|
| Breitspektrumextrakt | Breitspektrumextrakte enthalten mehrere Cannabinoide und Terpene, jedoch kein psychoaktives THC. |
| Isolat | Isolate sind frei von jeglichen Pflanzenstoffen und enthalten nur den gewünschten Wirkstoff – in der Regel entweder CBD oder THC. |
Cannabis-Vollspektrumextrakte gibt es in verschiedenen Kompositionen, sodass sie auf verschiedene medizinische Anwendungen zugeschnitten werden können. Es gibt beispielsweise THC-dominante, ausgeglichene oder CBD-dominante Extrakte, welche je nach Indikation von Ärzt:innen für die Cannabistherapie ausgewählt werden.
Der Vorteil der verschreibungspflichtigen Vollspektrumextrakte ist, dass sie, wie alle anderen Arzneimittel, strengen medizinischen und pharmazeutischen Qualitätsstandards entsprechen müssen. Der Wirkstoffgehalt und somit auch die Effekte sind bei ihnen konstant und werden streng getestet, sodass eine sichere und zuverlässige Anwendung möglich ist – bei Drogerieprodukten ist das anders und es kam in der Vergangenheit immer wieder wegen erhöhter THC-Werte zu Produktrückrufen.
Im Zusammenhang mit Cannabis-Vollspektrumextrakten wird besonders oft der Entourage-Effekt als entscheidender Vorteil genannt – doch was ist das überhaupt?

Der Entourage-Effekt
Der Entourage-Effekt beschreibt ein Zusammenspiel verschiedener Inhalts- und Wirkstoffe, welches die Wirkung des Extrakts verändert – gerne wird hier davon gesprochen, dass der Vollspektrumextrakt von Cannabis mehr als die Summe seiner Teile ist.
Hierzu gilt es allerdings festzuhalten, dass der Entourage-Effekt zwar durchaus möglich, wissenschaftlich jedoch nicht belegt ist. Berichten zufolge scheint es so zu sein, dass die Gesamtheit der Inhaltsstoffe zu einer stärkeren oder vielseitigeren Wirkung führt, als es ein Isolat tut.
Im Zusammenhang mit der Cannabistherapie rückt hier vor allem das Zusammenspiel aus THC, CBD, Terpenen und anderen Cannabinoiden in den Fokus, da davon ausgegangen wird, dass eine gezielte Kombination dieser Inhaltsstoffe die therapeutische Wirkung verbessern und Nebenwirkungen abschwächen könnte.
Da der Entourage-Effekt bislang nur in einzelnen Fallberichten aufscheint und nicht ausreichend wissenschaftlich belegt ist, gilt er aus medizinischer Sicht nicht als überzeugendes Argument für Cannabis-Vollspektrumextrakte. Wenn du dich dennoch für den Entourage-Effekt interessierst, kannst du in unserem Artikel zum Thema mehr erfahren.
Herstellung von Vollspektrumextrakten
Bei der Herstellung von Cannabis-Vollspektrumextrakten kommen verschiedene Verfahren zum Einsatz, welche sich immer auch auf die Qualität des Extrakts auswirken und demnach darauf, wie ein Cannabisextrakt genutzt werden darf.
Die CO2-Extraktion gilt als der Goldstandard und ist ebenso wie die Ethanolextraktion für die Herstellung von Cannabisextrakten zu medizinischen Zwecken zugelassen. Andere Verfahren sind beispielsweise die lösungsmittelbasierte Extraktion mit Butan oder Hexan, oder die Rosin-Pressung. Während die kostengünstige lösungsmittelbasierte Extraktion hohe Erträge liefert, erhält die lösungsmittelfreie Rosin-Pressung die natürlichen Cannabis-Aromen und eignet sich auch für die Herstellung von kleinen Mengen.
An dieser Stelle werden wir uns die beiden Verfahren genauer ansehen, die für die medizinische Nutzung von Cannabis-Vollspektrumextrakten relevant sind: Die CO2-Extraktion und die Ethanolextraktion.
CO2-Extraktion
Bei der CO2-Extraktion wird Kohlenstoffdioxid (CO2) durch eine Kombination aus Hitze und Druck in den sogenannten überkritischen Zustand versetzt, in dem es die Eigenschaften von Gas und Flüssigkeit in sich vereint. In diesem überkritischen Zustand ist CO2 ein sehr effektives Lösungsmittel, das leicht verfügbar und ungiftig ist und tief in das Pflanzenmaterial eindringen kann. Es ist somit ideal für die Extraktion geeignet.
Ablauf der CO2-Extraktion bei Cannabis:
- Vorbereitung der Blüten: Die Cannabisblüten werden geerntet und getrocknet – entweder auf traditionelle Art und Weise oder durch Gefriertrocknung. Wenn sie vollständig getrocknet sind, werden sie zermahlen, um die Oberfläche zu erhöhen.
- Decarboxylierung: Da die Cannabinoide erst durch Hitze ihre psychoaktive Wirkung entfalten, muss das Pflanzenmaterial auf 100–150 °C erhitzt werden. Meistens passiert dieser Prozess, welcher Decarboxylierung genannt wird, vor der CO2-Extraktion, da das die Ausbeute der bioaktiven Verbindungen steigert. Die Decarboxylierung kann aber auch während des Extraktionsprozesses oder erst danach durchgeführt werden.
- CO2 in überkritischen Zustand versetzen: Sobald das Pflanzenmaterial entsprechend vorbereitet und decarboxyliert ist, wird das CO2 in einer Hochdruckanlage in den überkritischen Zustand gebracht.
- Extraktion: Das überkritische CO2 wird nun durch das Pflanzenmaterial gepresst und bindet die Cannabinoide und Terpene. Besonders praktisch ist hierbei, dass durch gezielte Anpassung von Druck und Temperatur bestimmte Verbindungen bevorzugt extrahiert werden können.
- Trennung von CO2 und Cannabisextrakt: Im nächsten Schritt wird das CO2 durch Druckreduktion verdampft und recycelt, sodass keine Rückstände bleiben. So entsteht ein besonders reiner Cannabisextrakt mit einer hohen Cannabinoid- und Terpen-Konzentration.
Das Ergebnis ist ein potenter Cannabis-Vollspektrumextrakt, welcher durch weitere Reinigungs- und Filtrationsschritte wie die Winterisierung in Breitspektrumextrakte und Isolate weiterverarbeitet werden kann.
Die Vorteile der CO2-Extraktion sind vielfältig:
- Es bleibt ein besonders reines Produkt zurück, welches für die medizinische Anwendung geeignet und sicher ist.
- Da das CO2 ungiftig ist und vollständig recycelt werden kann, ist sie besonders umweltfreundlich.
- Die CO2-Extraktion ist skalierbar und somit für industrielle Prozesse im großen Maßstab geeignet.
- Mit einer notwendigen Temperatur von 31–40 °C ist der Prozess besonders schonend, was auch die Extraktion von Terpenen und anderen hitzeempfindlichen Stoffen ermöglicht.
- Druck und Temperatur können präzise gesteuert werden, um selektiv spezifische Verbindungen zu extrahieren.

Ethanolextraktion
Aus medizinischer Sicht ist die Ethanolextraktion das zweitwichtigste Verfahren für die Gewinnung von Cannabisextrakten. Bei der Ethanolextraktion wird Ethylalkohol, also reiner Alkohol, als Lösungsmittel eingesetzt.
Ablauf der Ethanolextraktion bei Cannabis:
- Vorbereitung der Blüten: Die Cannabisblüten werden geerntet und getrocknet – entweder auf traditionelle Art und Weise oder durch Gefriertrocknung. Wenn sie vollständig getrocknet sind, werden sie zermahlen, um die Oberfläche zu erhöhen.
- Decarboxylierung: Da die Cannabinoide erst durch Hitze ihre psychoaktive Wirkung entfalten, muss das Pflanzenmaterial auf 100–150 °C erhitzt werden. Meistens passiert dieser Prozess, welcher Decarboxylierung genannt wird, vor der CO2-Extraktion, da das die Ausbeute der bioaktiven Verbindungen steigert. Die Decarboxylierung kann aber auch während des Extraktionsprozesses oder erst danach durchgeführt werden.
- Extraktion: Das Pflanzenmaterial wird nun für mehrere Tage bis zu Wochen in Ethanol eingelegt. Das passiert meist bei Raumtemperatur, der Prozess kann aber durch eine Erwärmung auf 40–60 °C beschleunigt werden. Der Ethanol löst Cannabinoide, Terpene und andere Inhaltsstoffe aus den gemahlenen Cannabisblüten.
- Eine weitere Variante der Ethanolextraktion ist die Kälteextraktion, bei der der Ethanol auf –40 bis –80 °C heruntergekühlt wird. Das schont hitzeempfindliche Terpene und ermöglicht eine selektivere Lösung der gewünschten Verbindungen, während Wachse, Fette und Chlorophyll zurückbleiben. Bei der Kälteextraktion wird die Zahl der nötigen Reinigungsschritte im Weiteren reduziert.
- Trennung von Ethanol und Cannabisextrakt: Im nächsten Schritt wird der Ethanol verdampft, sodass nur der Roh-Cannabisextrakt zurückbleibt.
- Reinigung: Durch verschiedene Reinigungs- und Filterprozesse wird der Cannabisextrakt nun gereinigt. Unerwünschte Pflanzenstoffe wie Wachse, Fette und Chlorophyll werden rückstandslos entfernt, sodass nichts als der reine Cannabisextrakt mit einer hohen Cannabinoid- und Terpen-Konzentration zurückbleibt.
Im Vergleich zur CO2-Extraktion ist die Ethanolextraktion günstiger, weil sie keine Hochdruckanlage erfordert. Sie gilt ebenfalls als sehr effizient und ist auch für große Produktionsmengen geeignet, es kann allerdings zu Lösungsmittelrückständen kommen, wenn unsauber gearbeitet wird. Zu hohe Temperaturen und unsachgemäße Lagerung können außerdem zu Terpenverlusten führen.
Cannabinoid- und Terpenprofil in Vollspektrumextrakten
Hochwertige Cannabis-Vollspektrumextrakte enthalten eine ganze Reihe von Cannabinoiden und Terpenen, welche die Wirkung beeinflussen. Während die Cannabinoide, am bekanntesten sind hier THC und CBD, bioaktiv sind, also im Körper wirken, wurden Terpene lange Zeit als reine Aromastoffe angesehen und weitgehend ignoriert.
Mittlerweile wird aber immer klarer, dass auch die Terpene eine wichtige Rolle spielen, wenn es um die Wirkung von Cannabis geht, und sie werden immer mehr erforscht. Aus diesem Grund gelten Vollspektrumextrakte auch als besonders sinnvoll: Neben den bioaktiven Wirkstoffen wie THC und CBD enthalten sie auch weniger bekannte Cannabinoide sowie Terpene und Pflanzenstoffe, sodass Patient:innen ähnlich wie bei Cannabisblüten vom vollen Umfang der in Cannabis enthaltenen Stoffe profitieren.
Die folgenden Cannabinoide und Terpene können in Cannabis-Vollspektrumextrakten vorkommen:
| Cannabinoide | Terpene |
|---|---|
| THC (Tetrahydrocannabinol) – psychoaktiv; beeinflusst die Signalverarbeitung im zentralen Nervensystem und Rezeptoren im Immunsystem | Myrcen – erdiges, leicht würziges Aroma; hat beruhigende Eigenschaften |
| CBD (Cannabidiol) – nicht psychoaktiv; wirkt entzündungshemmend und beruhigend | Limonene – Zitrusduft und Frische; stimmungsaufhellende Wirkung |
| CBG (Cannabigerol) – wenig erforscht, könnte aber verschiedene biologische Prozesse beeinflussen | Pinene – frischer, waldiger Duft; schenkt Klarheit und fördert die Aufmerksamkeit |
| CBN (Cannabinol) – sehr schwach psychoaktiv; könnte beruhigend und schlaffördernd wirken | Linalool – lavendelartiges Aroma; beruhigende, stressregulierende Wirkung |
Welche Cannabinoide und Terpene in einem Vollspektrumextrakt tatsächlich vorkommen und in welcher Konzentration hängt von einer Reihe von Faktoren ab.
Der wichtigste ist, welche Cannabissorte zur Herstellung des Extrakts verwendet wurde und wie die Anbaubedingungen waren. Außerdem hat die Extraktionsmethode Einfluss auf die extrahierten Wirkstoffe und Verbindungen und kann im Fall der CO2-Extraktion auch gezielt eingesetzt werden, um selektiv bestimmte Komponenten zu extrahieren.
Genauere Informationen zu der konkreten Zusammensetzung deines Cannabis-Vollspektrumextrakts findest du beim Hersteller beziehungsweise in der Produktinformation.

Medizinische Anwendung von Cannabis-Vollspektrumextrakten
Cannabisextrakte sind in der Medizin deshalb so interessant, weil es sie als Öle, Tinkturen, Kapseln und zur Verdampfung gibt und sie besonders gut zu dosieren sind. Sie enthalten eine höhere Konzentration an Cannabinoiden und Terpenen als beispielsweise Cannabisblüten, was eine längere Wirkungsdauer ermöglicht.
Da Cannabisblüten in der Regel verdampft oder sogar geraucht werden, werden Lunge und Atemwege hier belastet. Außerdem ist diese Art der Konsumierung wenig diskret, was viele Patient:innen stört. Vollspektrumextrakte bieten hierzu eine spannende Alternative, da sie sehr gut verträglich sind, Lunge und Atemwege nicht belasten und ganz unauffällig eingenommen werden können.
Indikationen, bei denen Vollspektrumextrakte verschrieben werden
Ob nun ein Cannabis-Arzneimittel, ein Cannabis-Vollspektrumextrakte oder die Cannabisblüte verschrieben wird, ist eine Frage der Präferenz. Ärzt:innen dürfen das Cannabisprodukt verschreiben, das sie für richtig halten.
Für die Verschreibung von Cannabis-Vollspektrumextrakten gelten dieselben Indikationen wie für medizinisches Cannabis generell:
- Chronische Schmerzen, Nervenschmerzen, neuropathische und entzündliche Schmerzen
- Neurologische Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose oder Parkinson
- Onkologische Indikationen wie die Begleiterscheinungen von Chemotherapien
- Psychische Erkrankungen wie Angst- und Schlafstörungen, Depression, Posttraumatische Belastungsstörung und ADHS
Es gibt also keine spezifischen Indikationen für einen Cannabis-Vollspektrumextrakt – bei der Frage der Kostenübernahme durch die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) wird die Sache aber interessant: Diese wird bei der Cannabistherapie nämlich immer eingehend geprüft und nur übernommen, wenn alle Standardtherapien ausgeschöpft sind und eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt. Zudem wird empfohlen, dass in erster Linie Cannabis-Fertigarzneimittel verschrieben werden sollen und Blüten und Extrakte nur nachrangig. Wenn Blüten verschrieben werden, müssen Kassenarzt:innen dies eingehend begründen.
Darreichungsformen von Vollspektrumextrakten
Die häufigste Darreichungsform von Cannabis-Vollspektrumextrakten sind ölige Tropfen, die mit einer Pipette sublingual eingenommen, also unter die Zunge getropft werden. Das hat den Vorteil, dass die Wirkstoffe über die Mundschleimhaut direkt ins Blut übergehen und im Vergleich zur Einnahme einer Kapsel keinen Umweg über den Verdauungstrakt machen müssen. Dadurch wird nicht nur die Zeit bis zum Wirkungseintritt reduziert, sondern auch der Verdauungstrakt geschont.
Es gibt aber auch Cannabis-Extrakte zur Verdampfung, die mithilfe eines Vaporizers inhaliert werden, sowie Kapseln, die einfach geschluckt werden können. Auf jeden Fall gilt, dass Vollspektrumextrakte besonders genau dosiert werden können und auch durch ihre längere Wirkungsdauer überzeugen.

Vollspektrumextrakte VS. Cannabisblüten
Sowohl Vollspektrumextrakte als auch Cannabisblüten haben ihre Vor- und Nachteile. Viele Cannabis-Patient:innen bevorzugen Cannabisextrakte im Alltag, da die Einnahme hier diskreter und leichter planbar ist. Außerdem wird die Wirkung als konsistenter empfunden, was insbesondere bei einer Langzeitbehandlung angenehmer ist.
Mit dieser Gegenüberstellung kannst du dir einen Überblick über die wichtigsten Unterschiede zwischen Cannabis-Vollspektrumextrakten und -blüten machen.
| Cannabis-Vollspektrumextrakt | Cannabisblüte | |
|---|---|---|
| THC-/CBD-Konzentration | Streng reguliert und standardisiert; gleichbleibende Qualität | Schwankt je nach Sorte und Anbaubedingungen |
| Einnahmeform | Tropfen, Öl, Kapsel, Verdampfung | Verdampfung, Verbrennung |
| Wirkungseintritt | Variiert je nach Einnahmeform: Oral als Kapsel: 30–90 Minuten; Sublingual als Tropfen unter der Zunge: 10–30 Minuten; Verdampfung: 2–10 Minuten | 2–10 Minuten |
| Wirkungsdauer | Variiert je nach Einnahmeform: Oral als Kapsel: 4–8 Stunden; Sublingual als Tropfen unter der Zunge: 3–6 Stunden; Verdampfung: 2–4 Stunden | 2–4 Stunden |
| Ärztliche Kontrolle | Sehr präzise Dosierung und Kontrolle möglich | Dosierungsgenauigkeit und Kontrolle variieren |
| Verträglichkeit | Sehr gut | Belastung für Lunge und Atemwege; vor allem zu Beginn der Therapie häufige Nebenwirkungen |
| Diskrete Einnahme möglich? | Ja, vor allem bei Tropfen, Ölen und Kapseln | Kaum möglich und aufgrund des Geruchs oft klar als Cannabis erkennbar, was Fragen aufwerfen kann |
Welche Darreichungsform für dich die beste ist, solltest du unbedingt mit deinem:deiner Arzt:Ärztin besprechen. Sowohl Blüten als auch Vollspektrum-Extrakte haben ihre Vor- und Nachteile und die beste Wahl hängt immer von der individuellen Lebenssituation ab.
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FAQ: Cannabis-Vollspektrumextrakte
Wie werden Vollspektrumextrakte hergestellt?
Sie werden durch schonende Extraktionsmethoden wie CO₂- oder Ethanol-Extraktion gewonnen. Diese bewahren nicht nur alle Cannabinoide und Terpene, sondern produzieren auch ein besonders reines Produkt, das für die medizinische Anwendung geeignet ist.
Was ist der Entourage-Effekt?
Als Entourage-Effekt wird das Zusammenspiel der verschiedenen Inhalts- und Wirkstoffe von Cannabis bezeichnet, das Berichten zufolge mehr als die Summe seiner Teile sein soll. Dieser Effekt ist zwar möglich, jedoch nicht wissenschaftlich belegt, er ist somit aus medizinischer Sicht kein überzeugendes Argument für Cannabis-Vollspektrumextrakte.
Welche medizinischen Vorteile bieten Vollspektrumextrakte?
Sie ermöglichen vielseitige medizinische Anwendungen durch das komplette Cannabinoidprofil, präzise Dosierung und oft stärkere therapeutische Effekte. CBD kann THC-Nebenwirkungen reduzieren oder verändern, während Terpene zusätzliche entzündungshemmende Wirkungen haben.
Was ist der Unterschied zwischen Vollspektrum- und Breitspektrumextrakten bzw. Isolaten?
Vollspektrumextrakte enthalten alle Cannabinoide inklusive THC und CBD, sowie alle Terpene und anderen Pflanzenstoffe von Cannabis. Breitspektrumextrakte enthalten verschiedene Cannabinoide und Terpene, jedoch kein psychoaktives THC. Isolate enthalten nur ein einzelnes Cannabinoid – in der Regel entweder THC oder CBD.
Wirken Vollspektrumextrakte stärker als Cannabisblüten?
Da Cannabis-Vollspektrumextrakte ein Konzentrat sind, enthalten sie mehr Wirkstoff als Cannabisblüten: Ein Gramm Vollspektrumextrakt kann mehreren Gramm Blüten entsprechen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie stärker wirken oder therapeutisch überlegen sind, sondern schlicht, dass die Dosierung anders berechnet werden muss.
Autoren

Birgit Spalt-Zoidl
LinkedInBirgit Spalt-Zoidl ist Übersetzerin, Copywriterin und Tone-of-Voice-Beraterin für große und kleine Firmen. Im Zentrum steht bei ihren Texten und Übersetzungen immer, dass sie für die Leser:innen gut verständlich sind und die Inhalte zu den Zielen sowie der Markenstimme des jeweiligen Unternehmens passen. Sie schreibt leicht lesbare Texte und bereitet komplexe Sachverhalte so auf, dass sie greifbar und klar werden.
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