Cannabis Indikationen: Medizinische Anwendungsgebiete im Überblick
Cannabis Indikationen: Medizinische Anwendungsgebiete im Überblick

Autor
Lea Hauke

Medizinisches Cannabis wird in Deutschland vorrangig dann eingesetzt, wenn andere Therapien nicht ausreichend wirken, nicht vertragen werden oder aus ärztlicher Sicht als nicht geeignet erscheinen. Unter anderem wird Cannabis bei chronischen Schmerzen, neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose oder Epilepsie oder bestimmten Beschwerden im Rahmen onkologischer Therapien verschrieben.
Die wissenschaftliche Datenlage zum medizinischen Einsatz von medizinischen Cannabis-Produkten wächst zwar seit Jahren kontinuierlich, zeigt in vielen Bereichen jedoch noch keine eindeutigen Ergebnisse. Welche Cannabis-Indikationen bereits vergleichsweise gut untersucht sind, wo die Forschung noch Grenzen hat und wo Cannabis angewendet werden kann, erfährst du in diesem Überblick.
Überblick: Cannabis als Medizin in Deutschland
Medizinisches Cannabis ist in Deutschland längst mehr als ein Randthema. Seit der Gesetzesänderung im Jahr 2017 können cannabinoidbasierte Therapien unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verschrieben werden.
Gleichzeitig bleibt Cannabis in der Medizin ein komplexes Thema: Nicht jede Anwendung ist gleich gut untersucht, nicht jede Therapie eignet sich für jede Person und viele Entscheidungen müssen individuell ärztlich abgewogen werden.
Rechtliche Grundlagen seit 2017
Seit dem Inkrafttreten des „Cannabis als Medizin“-Gesetzes im Jahr 2017 können Ärztinnen und Ärzte in Deutschland medizinisches Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen verschreiben. Dazu gehören unter anderem Produkte wie Cannabisblüten, Extrakte oder cannabinoidhaltige Arzneimittel.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden unter anderem durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) reguliert. Verschrieben wird Cannabis dabei nicht nur bei einer einzelnen festen Diagnose, sondern grundsätzlich dann, wenn eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Therapien nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden.
Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich sein.
Evidenz-basierte vs. individuelle Heilversuche
Die Anwendung von Cannabis ist nicht für jede Indikation gleich gut wissenschaftlich untersucht. Für einige Anwendungen, wie bestimmte chronische Schmerzen oder Spastiken bei Multipler Sklerose, gibt es bereits vergleichsweise belastbare Studien. Bei vielen anderen Beschwerden ist die Datenlage dagegen noch begrenzt.
Trotzdem wird Cannabis in der Praxis teilweise auch außerhalb klar etablierter Standardtherapien eingesetzt. Das ist beispielsweise dann sinnvoll, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend helfen oder schlecht vertragen werden. Solche Entscheidungen treffen Ärzt*innen abhängig von der individuellen Erkrankung und auf Grundlage der jeweiligen Begleitmedikation.

Wirkmechanismen des Endocannabinoid-Systems
Das Endocannabinoid-System ist ein körpereigenes Netzwerk aus Rezeptoren, Botenstoffen und Enzymen. Es ist unter anderem an der Verarbeitung von Schmerzsignalen, Entzündungsreaktionen, Schlaf, Appetit und Stress beteiligt. Besonders wichtig sind dabei die sogenannten CB1- und CB2-Rezeptoren, die unter anderem im Nervensystem und auf Immunzellen vorkommen.
Der Körper produziert selbst cannabinoidähnliche Stoffe wie Anandamid oder 2-AG, die an diesen Rezeptoren wirken. Cannabinoide aus der Cannabis-Pflanze können dieses System ebenfalls beeinflussen und dadurch verschiedene biologische Prozesse modulieren.
Hier liegt der therapeutische Ansatz von medizinischem Cannabis: THC, CBD und andere Cannabinoide könnten bestimmte Prozesse im Körper beeinflussen, die bei Schmerzen, neurologischen Erkrankungen, Entzündungen oder anderen Beschwerden eine Rolle spielen. Wie genau diese Effekte entstehen und welche Mechanismen klinisch tatsächlich relevant sind, wird jedoch weiterhin erforscht.
Neurologische Erkrankungen
Bei neurologischen Erkrankungen wird Cannabis unter anderem im Zusammenhang mit Spastiken, Bewegungsstörungen, Nervenschmerzen oder Schlafproblemen eingesetzt und untersucht. Dahinter steht die Annahme, dass Cannabinoide bestimmte Signalwege beeinflussen können, die im Nervensystem an Schmerzverarbeitung, Muskelspannung oder Reizweiterleitung beteiligt sind.
Die wissenschaftliche Datenlage unterscheidet sich je nach Erkrankung deutlich: Während einige Anwendungen inzwischen vergleichsweise gut untersucht sind, befindet sich die Forschung in anderen Bereichen noch in einem frühen Stadium.
Epilepsie – Besonders CBD-responsive Formen
CBD wird heute vor allem bei bestimmten schweren therapieresistenten Epilepsieformen eingesetzt. Dazu gehören unter anderem das Dravet-Syndrom und das Lennox-Gastaut-Syndrom, zwei seltene neurologische Erkrankungen, die häufig bereits im Kindesalter auftreten.
Besonders gut untersucht ist in diesem Zusammenhang das CBD-basierte Arzneimittel Epidiolex. Klinische Studien zeigten, dass sich die Anfallshäufigkeit bei Patient*innen mit Dravet-Syndrom oder Lennox-Gastaut-Syndrom reduzieren kann. Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde Epidiolex in mehreren Ländern zugelassen.
Trotzdem eignet sich Cannabis für Epilepsie nicht für jede Art. Welche Therapie infrage kommt, hängt immer von der jeweiligen Erkrankung, bestehenden Medikamenten und der individuellen Situation ab.
Multiple Sklerose und Spastik
Bei Multipler Sklerose (MS) leiden viele Betroffene unter Muskelverkrampfungen, Schmerzen oder Bewegungsprobleme, die sich im Alltag deutlich bemerkbar machen können. Für Behandlungen von MS-bedingter Spastiken wurde in mehreren Ländern bereits das Arzneimittel Sativex, ein cannabinoidhaltiges Mundspray mit THC und CBD, zugelassen.
Studien zu Sativex zeigen, dass sich die Muskelsteifheit und bestimmte spastikassoziierte Beschwerden bei manchen Patient*innen verbessern können. Untersucht wurden dabei unter anderem auch Schmerzen, Schlaf oder Blasenfunktionsstörungen. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zu Cannabis bei Multipler Sklerose.

Parkinson-Krankheit
Auch bei Parkinson wird Cannabis seit einigen Jahren im Zusammenhang mit verschiedenen Symptomen untersucht. Dazu gehören unter anderem Bewegungsstörungen, Muskelsteifheit, Schlafprobleme oder sogenannte Non-Motor-Symptome wie innere Unruhe oder Schmerzen.
Die bisherige Studienlage bleibt allerdings begrenzt. Einige Betroffene berichten von Verbesserungen bestimmter Beschwerden, gleichzeitig fallen die wissenschaftlichen Ergebnisse bislang uneinheitlich aus. Deshalb gilt Cannabis bei Parkinson aktuell eher als mögliche ergänzende Therapieoption und nicht als etablierte Standardbehandlung.
Alzheimer und Demenz
Cannabis bei Alzheimer und anderen Demenzformen wird vor allem für Symptome wie starke Unruhe, Schlafprobleme, Appetitverlust oder Agitation verwendet. Ziel ist dabei nicht die Behandlung der Demenz selbst, sondern eher der Umgang mit Beschwerden, die den Alltag von Betroffenen und Angehörigen zusätzlich erschweren können.
Parallel dazu untersucht die Forschung seit einigen Jahren auch, ob Cannabinoide bestimmte Prozesse im Nervensystem beeinflussen könnten, die bei neurodegenerativen Erkrankungen eine Rolle spielen. Hinweise darauf stammen bislang allerdings hauptsächlich aus präklinischen Studien, also Untersuchungen in Zellkulturen oder Tiermodellen. Klinisch eindeutig belegt sind solche Effekte bisher nicht.
Polyneuropathie und Nervenschmerzen
Bei Polyneuropathien handelt es sich um Nervenschädigungen, die unter anderem durch Diabetes, bestimmte Chemotherapien oder andere Erkrankungen entstehen können.
Typische Beschwerden sind Brennen, Kribbeln, stechende Schmerzen oder Taubheitsgefühle. Das Interesse an cannabisbasierten Therapien für neuropathische Schmerzen stammt unter anderem daher, dass klassische Schmerzmittel bei diesen Beschwerden häufig schlechter wirken.
Mehrere Studien und Übersichtsarbeiten beschreiben Hinweise auf mögliche schmerzlindernde Effekte von Cannabis bei chronischen Nervenschmerzen. Darüber hinaus untersucht die Forschung auch, ob Cannabinoide bestimmte Prozesse beeinflussen könnten, die bei Nervenschädigungen eine Rolle spielen. Solche möglichen neuroprotektiven Effekte sind bislang jedoch noch nicht eindeutig klinisch belegt.

Schmerztherapie
Schmerzen verändern oft weit mehr als nur das körperliche Empfinden. Schlaf, Bewegung, Konzentration oder Belastbarkeit können genauso betroffen sein wie der Alltag selbst. Gleichzeitig ist Schmerz nicht gleich Schmerz: Medizinisches Cannabis wird bei unterschiedlichen Schmerzformen eingesetzt und untersucht. Darunter sind etwa bei Nervenschmerzen, entzündlichen Beschwerden oder krebsbedingten Schmerzen.
In vielen Fällen kommt Cannabis dabei nicht als alleinige Therapie zum Einsatz, sondern ergänzend zu anderen Behandlungen. Chronische Schmerzen sprechen häufig nicht ausreichend auf klassische Schmerzmittel an, und manche Therapien bringen bei längerer Anwendung zusätzliche Risiken oder Nebenwirkungen, wie Magen-Darm-Beschwerden, Leberschäden oder ein Abhängigkeitspotenzial, mit sich.
Chronische Schmerzen – Multimodaler Ansatz
Die Behandlung chronischer Schmerzen orientiert sich häufig am sogenannten WHO-Stufenschema. Dabei werden je nach Schmerzstärke unterschiedliche Medikamente eingesetzt: von klassischen Schmerzmitteln wie Ibuprofen bis hin zu starken Opioiden. Ergänzt wird die Therapie oft durch weitere Ansätze wie Physiotherapie, psychologische Unterstützung oder andere begleitende Behandlungen.
Cannabis wird in diesem Zusammenhang nicht als isolierte Einzeltherapie betrachtet, sondern eher als möglicher Baustein innerhalb eines größeren Behandlungskonzepts. Besonders bei chronischen Nervenschmerzen oder therapieresistenten Beschwerden beschäftigen sich zahlreiche Studien mit THC und CBD.
In der Praxis wird außerdem diskutiert, ob cannabisbasierte Therapien in bestimmten Fällen opioid-sparend eingesetzt werden könnten. Die Forschung dazu läuft weiterhin, eindeutige allgemeingültige Empfehlungen lassen sich bislang jedoch nicht ableiten.
Neuropathische Schmerzen
Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Fehlfunktionen im Nervensystem und werden häufig als brennend, stechend oder elektrisierend beschrieben. Dazu gehören unter anderem diabetische Neuropathien oder Nervenschmerzen nach Chemotherapien.
Gerade bei diesen Beschwerden wirken klassische Schmerzmittel oft nur eingeschränkt. Deshalb werden cannabinoidbasierte Therapien insbesondere bei chronischen Nervenschmerzen untersucht und eingesetzt. Besonders THC steht dabei im Zusammenhang mit der Verarbeitung von Schmerzsignalen über CB1-Rezeptoren im Nervensystem.
Übersichtsarbeiten geben Hinweise darauf, dass Cannabis bei bestimmten neuropathischen Schmerzen Beschwerden lindern könnte. Wie stark die Wirkung ausfällt, unterscheidet sich jedoch individuell deutlich.
Krebsschmerzen und Palliativmedizin
Häufig wird Cannabis bei Krebs nicht nur für die Linderung von Schmerzen eingesetzt. Viele Betroffene kämpfen zusätzlich mit Schlafproblemen, Appetitverlust, Übelkeit oder starker körperlicher Erschöpfung während der Therapie oder in der Palliativversorgung.
Deshalb wird medizinisches Cannabis bei Tumorschmerzen meist ergänzend zu anderen Schmerztherapien eingesetzt, zu denen auch Opioide gehören können. Vor allem bei sogenannten Durchbruchschmerzen, also plötzlich auftretenden Schmerzspitzen, kommen häufig inhalierte Cannabisprodukte zum Einsatz, da die Wirkung vergleichsweise schnell einsetzt.
Entzündliche Schmerzen
Entzündliche Schmerzen können im Zusammenhang mit Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis oder Morbus Crohn entstehen. Cannabinoide werden hier unter anderem wegen möglicher positiver Effekte auf Entzündungsprozesse untersucht. Besonders CBD steht dabei im Fokus der Forschung, auch wenn die genauen Wirkmechanismen weiterhin nicht vollständig geklärt sind.
Die klinische Datenlage bleibt bislang begrenzt und nicht einheitlich. Einige Studien und Erfahrungsberichte beschreiben mögliche Verbesserungen bei Schmerzen, Schlaf oder allgemeinem Wohlbefinden. Gleichzeitig ist auch in diesem Bereich mehr Forschung notwendig.
Psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen
Bei psychischen Erkrankungen wird medizinisches Cannabis eher zaghaft eingesetzt. Der Grund ist, dass Cannabinoide je nach Wirkstoff, Dosierung und individueller Veranlagung sehr unterschiedlich wirken können. Die Folgen sind für Patient*innen nicht immer berechenbar. Während manche von Verbesserungen bei Schlaf, innerer Unruhe oder stressbezogenen Beschwerden berichten, können insbesondere THC-haltige Produkte psychische Symptome unter Umständen auch verstärken.
Trotzdem beschäftigen sich Studien zunehmend mit Cannabis bei Angststörungen, PTBS, Schlafproblemen oder therapieresistenten Depressionen.
Depression – CBD-Ansätze
Menschen mit Depressionen berichten häufig nicht nur von gedrückter Stimmung, sondern auch von Schlafproblemen, innerer Unruhe oder anhaltender Erschöpfung. Bei Depressionen steht in der Cannabisforschung vor allem CBD im Fokus. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass CBD keinen klassischen Rausch verursacht und psychische Prozesse anders beeinflusst als THC. Untersucht werden unter anderem Zusammenhänge mit Stressregulation, emotionaler Verarbeitung und bestimmten Serotonin-Rezeptoren im Gehirn.
Vor allem bei therapieresistenten Depressionen wird Cannabis teilweise als ergänzender Therapieansatz diskutiert, etwa dann, wenn klassische Medikamente nicht ausreichend helfen oder starke Nebenwirkungen verursachen. Klare allgemeingültige Empfehlungen zu Cannabis bei Depressionen lassen sich daraus bislang allerdings noch nicht ableiten.
Angststörungen – Anxiolytische Wirkung
Wie auch bei Depressionen konzentriert man sich auch bei Angststörungen in der Forschung auf CBD, da es keine klassischen psychoaktiven Effekte wie THC verursacht. Studien beschäftigen sich unter anderem mit möglichen anxiolytischen, also angstbezogenen, Effekten von CBD.
Gleichzeitig reagieren Menschen sehr unterschiedlich auf Cannabis bei Angststörungen: Während niedrige THC-Mengen von manchen als beruhigend wahrgenommen werden, können höhere Dosierungen in verschiedenen Fällen Ängste oder innere Unruhe verstärken.
PTBS – Trauma-assoziierte Symptome
Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) gehen häufig mit Symptomen wie Albträumen, Schlafproblemen, Hypervigilanz oder starker innerer Anspannung einher.
Einige Forschende untersuchen, ob Cannabinoide Prozesse beeinflussen könnten, die mit Gedächtniskonsolidierung und emotionaler Verarbeitung zusammenhängen. In den USA gibt es dazu Studien mit Veteran*innen, die Hinweise auf mögliche Verbesserungen bestimmter Symptome beschreiben Es zeigt sich jedoch ein zwiespältiges Bild: Manche Betroffene berichten von Verbesserungen bei Schlaf oder innerer Unruhe, gleichzeitig weisen Fachgesellschaften darauf hin, dass viele Anwendungen auf Selbstmedikation beruhen und belastbare Langzeitdaten weiterhin fehlen.
Gleichzeitig bleibt die Datenlage zu Cannabis bei PTBS insgesamt weiterhin begrenzt, und nicht jede Person reagiert gleich auf cannabisbasierte Therapien. Deshalb sollte der Einsatz bei PTBS immer individuell und eng ärztlich begleitet erfolgen.
ADHS – Symptommanagement
THC-haltige Produkte sind bei ADHS besonders sorgfältig abzuwägen. Sie können bei manchen als beruhigend empfunden werden, bei anderen aber Aufmerksamkeit, Motivation oder emotionale Regulation verschlechtern. Auch bestehende Begleiterkrankungen, Medikamenteneinnahme und Konsummuster spielen eine Rolle.
Cannabis bei ADHS gilt deshalb nicht als Standardtherapie. Wenn es eingesetzt wird, sollte die Entscheidung individuell und ärztlich begleitet erfolgen.

Schlafstörungen
THC-haltige Produkte werden bei Schlafstörungen, wie Insomnie, Schlafapnoe und REM-Verhaltensstörungen, teilweise eingesetzt, weil sie von manchen als beruhigend oder schlaffördernd empfunden werden. Die Wirkung kann allerdings unterschiedlich ausfallen: Manche schlafen leichter ein, andere reagieren auf bestimmte Sorten oder Dosierungen eher mit Unruhe oder einem unangenehmen Körpergefühl.
Der Einsatz von CBD wird beim Thema Schlaf meist anders betrachtet. Hier geht es weniger um direkte Müdigkeit, sondern eher um mögliche Effekte auf Stress, Anspannung oder innere Unruhe. Welche Therapie sinnvoll sein kann, hängt deshalb stark von der Ursache der Schlafprobleme und der individuellen Reaktion ab.
Autoimmun- und Entzündungserkrankungen
Auch bei Autoimmun- und Entzündungserkrankungen wird medizinisches Cannabis seit einigen Jahren intensiv untersucht. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Frage, ob Cannabinoide entzündungsbezogene Prozesse beeinflussen und bestimmte Beschwerden wie Schmerzen, Schlafprobleme oder Muskelverspannungen lindern könnten.
Das Interesse der Forschung hängt unter anderem mit dem Endocannabinoid-System zusammen, das nicht nur im Nervensystem, sondern auch im Immunsystem eine Rolle spielt. Besonders die CB2-Rezeptoren werden mit Immunreaktionen und Entzündungsprozessen in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist die wissenschaftliche Evidenz je nach Erkrankung unterschiedlich stark ausgeprägt.
Rheumatoide Arthritis
Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung, bei der vor allem Gelenke betroffen sind. Typische Beschwerden sind Schmerzen, Schwellungen, Morgensteifigkeit und Bewegungseinschränkungen.
Cannabis bei rheumoatoider Arthritis wird vor allem wegen möglicher Effekte auf Schmerzen, Schlaf und allgemeines Wohlbefinden untersucht. Einige Studien und Erfahrungsberichte beschreiben Hinweise darauf, dass bestimmte Beschwerden gelindert werden könnten. Die bisherige klinische Evidenz bleibt jedoch begrenzt und erlaubt bislang keine allgemeingültigen Therapieempfehlungen.
Entzündliche Darmerkrankungen
Auch bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beschäftigen sich Forschende mit möglichen therapeutischen Effekten von Cannabis.
Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei unter anderem chronischen Entzündungen, Bauchschmerzen, Appetitverlust oder Schlafproblemen zu. Besonders interessant ist in diesem Zusammenhang die Rolle von CB2-Rezeptoren im Magen-Darm-Trakt und Immunsystem, die möglicherweise an entzündungsbezogenen Prozessen beteiligt sind.
Einige Patient*innen berichten von Verbesserungen bestimmter Symptome oder ihrer Lebensqualität. Gleichzeitig bleibt auch hier die Datenlage insgesamt weiterhin begrenzt und nicht eindeutig.
Fibromyalgie
Fibromyalgie ist ein komplexes chronisches Schmerzsyndrom, das häufig mit Erschöpfung, Schlafproblemen und erhöhter Schmerzempfindlichkeit verbunden ist. Viele Betroffene haben häufig eine lange Suche nach Therapien hinter sich, um ihre Beschwerden zu lindern.
Im Zusammenhang mit Fibromyalgie wird gelegentlich die sogenannte Endocannabinoid-Mangel-Theorie diskutiert. Sie geht davon aus, dass Veränderungen im Endocannabinoid-System an der Entstehung chronischer Schmerzsyndrome beteiligt sein könnten.
Die Hypothese zu Cannabis bei Fibromyalgie ist in der Wissenschaft jedoch umstritten und bislang nicht ausreichend belegt. Ob ein solcher Zusammenhang tatsächlich besteht, ist derzeit offen.
Hauterkrankungen
Trockene Haut, Juckreiz oder entzündliche Hautreaktionen gehören zu den Beschwerden, bei denen auch cannabinoidbasierte Therapien infrage kommen könnten. Dabei gibt es je nach Erkrankung unterschiedliche Anwendungen: von topischen Produkten wie Cremes oder Salben bis hin zu systemischen cannabisbasierten Therapien, die im ganzen Körper wirken.
Hintergrund ist, dass das Endocannabinoid-System auch in der Haut aktiv ist. CB1- und CB2-Rezeptoren kommen unter anderem in Hautzellen, Immunzellen und Talgdrüsen vor und werden mit Prozessen wie Entzündungsregulation, Hautbarriere oder Juckreiz in Verbindung gebracht.
Neurodermitis und Ekzeme
Neurodermitis und andere Ekzeme gehen häufig mit starkem Juckreiz, trockener Haut und entzündlichen Hautreaktionen einher. Viele Betroffene bringen diese Symptome um den Schlaf und sorgen für erhebliche Einschränkungen im Alltag.
Cannabisbasierte Ansätze werden hier vor allem wegen möglicher Effekte auf Juckreiz, Entzündungsprozesse und die Hautbarriere untersucht. Besonders topische Anwendungen wie cannabinoidhaltige Cremes oder Salben sind für die Forschung besonders interessant.
Die bisherige Datenlage zu Cannabis bei Neurodermitis bleibt allerdings begrenzt, und nicht jede Hauterkrankung reagiert gleich auf cannabinoidbasierte Produkte.
Psoriasis (Schuppenflechte)
Psoriasis, auch Schuppenflechte genannt, ist eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung der Haut. Typisch sind entzündete Hautstellen, Schuppenbildung und teilweise starker Juckreiz.
Forschende untersuchen in diesem Zusammenhang unter anderem, ob Cannabinoide entzündungsbezogene Prozesse oder die übermäßige Zellvermehrung der Haut beeinflussen könnten. Präklinische Studien beschreiben Hinweise auf sogenannte antiproliferative Effekte, klinisch eindeutig belegt sind die Zusammenhänge bislang jedoch nicht.
Cannabis bei Psoriasis wird derzeit eher als möglicher ergänzender Ansatz untersucht und nicht als etablierte Standardtherapie betrachtet.
Akne - Sebostase und Entzündungshemmung
Einige präklinische Untersuchungen zu Cannabis bei Akne deuten darauf hin, dass CBD bestimmte Prozesse beeinflussen könnte, die mit Sebumproduktion und entzündlichen Hautreaktionen bei Akne zusammenhängen. Zusätzlich wird diskutiert, ob Cannabinoide auch antibakterielle Eigenschaften besitzen könnten. Klinische Daten zur tatsächlichen therapeutischen Wirksamkeit bei Akne bleiben bislang jedoch auch hier wieder begrenzt.
Stoffwechsel- und Organerkrankungen
Diabetes, Asthma oder COPD gehören nicht zu den klassischen Anwendungsgebieten, die viele zuerst mit medizinischem Cannabis verbinden. Trotzdem beschäftigen sich Studien zunehmend mit der Frage, welche Rolle Cannabinoide bei chronischen Stoffwechsel- und Organerkrankungen spielen könnten.
Je nach Erkrankung fällt die Datenlage allerdings sehr unterschiedlich aus. Während manche Zusammenhänge bereits klinisch untersucht werden, befinden sich andere Ansätze noch im Bereich präklinischer Forschung.

Diabetes mellitus
Bei Diabetes geht es in der Cannabisforschung oft weniger um den Blutzucker selbst als um typische Folgeerkrankungen und Begleitbeschwerden. Dazu gehören etwa chronische Nervenschmerzen, Schlafprobleme oder Entzündungsprozesse, die viele Betroffene über Jahre begleiten können.
Besonders diabetische Polyneuropathien, also Nervenschädigungen infolge von Diabetes, gehören zu den Bereichen, in denen cannabisbasierte Therapien vergleichsweise häufig untersucht werden. Gleichzeitig beschäftigen sich Studien zu Cannabis bei Diabetes auch mit möglichen Zusammenhängen zwischen Cannabinoiden, Appetitregulation, Stoffwechselprozessen oder Insulinresistenz, bisher allerdings ohne klare klinische Empfehlungen.
Da Diabetes häufig mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder anderen Begleiterkrankungen verbunden ist, spielt die individuelle ärztliche Einordnung bei cannabisbasierten Therapien eine besonders wichtige Rolle.
Atemwegserkrankungen
Cannabis und Atemwegserkrankungen wirken auf den ersten Blick wie ein Widerspruch. Schließlich verbinden viele Cannabis noch immer mit Rauchen, also genau dem, was empfindliche Atemwege zusätzlich reizen kann. Trotzdem beschäftigen sich Studien seit Jahren mit der Frage, welche Rolle Cannabis bei Asthma oder COPD spielen könnten.
Untersucht werden unter anderem mögliche bronchienerweiternde oder entspannende Effekte einzelner Cannabinoide. Wenn cannabisbasierte Therapien eingesetzt werden, dann in Form von rauchfreien Darreichungsformen wie Ölen oder bestimmten Extrakten, die die Atemwege nicht unnötig reizen.
Gleichzeitig ist Vorsicht geboten. THC kann unter anderem Herzfrequenz und Blutdruck beeinflussen, was insbesondere bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder schweren Atemwegserkrankungen berücksichtigt werden muss.
Zudem ersetzt Cannabis keine etablierte Behandlung von Asthma oder COPD. Die bisherige Evidenz reicht nicht aus, um cannabinoidbasierte Therapien als Standardbehandlung dieser Erkrankungen zu empfehlen.
Onkologie – Cannabis in der Krebstherapie
Eine Krebserkrankung bringt oft weit mehr mit sich als nur die Tumorerkrankung selbst. Schmerzen, Übelkeit, Appetitverlust, Schlafprobleme oder starke körperliche Erschöpfung können den Alltag während einer Therapie zusätzlich erschweren.
Deshalb wird medizinisches Cannabis bei Krebs vor allem unterstützend zur Linderung bestimmter Beschwerden oder zur Verbesserung der Lebensqualität während Behandlungen eingesetzt. In der Palliativmedizin steht außerdem häufig die Lebensqualität im Mittelpunkt der Behandlung.
Parallel dazu untersucht die Forschung seit einigen Jahren auch, ob Cannabinoide direkte Effekte auf Tumorzellen haben könnten. Bisher stammen solche Erkenntnisse allerdings überwiegend aus präklinischen Studien, also Untersuchungen in Zellkulturen oder Tiermodellen.
Übelkeit und Erbrechen (CINV)
Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen, häufig als CINV bezeichnet, gehören zu den bekanntesten medizinischen Anwendungsbereichen cannabinoidbasierter Arzneimittel.
Besonders Dronabinol, eine synthetische Form von THC, wurde bereits früh in diesem Zusammenhang untersucht und in mehreren Ländern zur Behandlung therapieresistenter Übelkeit zugelassen. Eingesetzt wird es vor allem dann, wenn klassische Antiemetika nicht ausreichend wirken.
Da Patient*innen unterschiedlich auf THC-haltige Therapien reagieren können, müssen Dosierung und Verträglichkeit individuell angepasst werden.
Appetitlosigkeit und Kachexie
Viele Menschen verlieren während einer Krebserkrankung deutlich an Appetit. Essen fällt schwerer, Mahlzeiten werden ausgelassen und das Körpergewicht nimmt oft spürbar ab. Hinzu kommen häufig Erschöpfung und körperliche Schwäche. Medizinisch wird dieser Zustand teilweise als Tumorkachexie bezeichnet.
THC wird in diesem Zusammenhang unter anderem deshalb eingesetzt und untersucht, weil es bei manchen Patient*innen den Appetit anregen kann. Einige berichten außerdem, dass Essen während belastender Krebstherapien wieder leichter fällt oder Mahlzeiten weniger unangenehm erlebt werden.
Cannabis und Tumorforschung: Was präklinische Studien zeigen
Cannabis wird derzeit nicht zur Behandlung von Krebs eingesetzt und es gibt keine ausreichende klinische Evidenz dafür, dass Cannabis Tumore beim Menschen verkleinern oder ihr Wachstum stoppen kann.
Neben der symptomorientierten Anwendung untersucht die Forschung seit Jahren auch mögliche direkte Effekte von Cannabinoiden auf Tumorzellen. Einige präklinische Studien beschäftigen sich mit Fragen rund um den Einfluss von Cannabis auf das Zellwachstum, Metastasierung oder Tumorbiologie.
Dabei wurden unter anderem mögliche Zusammenhänge mit Apoptose-Induktion (programmierter Zelltod), Angiogenese-Hemmung oder Veränderungen bestimmter Signalwege beschrieben. Diese Ergebnisse sorgten für großes öffentliches Interesse.
Wichtig ist jedoch die korrekte Einordnung: Präklinische Forschung lässt sich nicht automatisch auf Menschen übertragen. Bislang gibt es keine ausreichende klinische Evidenz dafür, dass Cannabis Krebs heilen oder Tumorwachstum beim Menschen zuverlässig stoppen kann. Deshalb wird Cannabis in der Onkologie aktuell vor allem als unterstützende Therapie und nicht als Ersatz etablierter Krebsbehandlungen betrachtet.
Seltene Erkrankungen und Spezialindikationen
Nicht alle cannabisbasierten Therapien lassen sich klar in typische Anwendungsgebiete einordnen. Auch bei Erkrankungen wie Tourette-Syndrom oder Restless-Legs-Syndrom wird Cannabis teilweise eingesetzt, wenn Beschwerden wie innere Unruhe, Schlafprobleme oder unkontrollierbare Bewegungen den Alltag stark beeinflussen und andere Therapien wirkungslos bleiben.
Da große klinische Studien in diesen Bereichen häufig fehlen, basiert die Behandlung oft auf kleineren Untersuchungen und individuellen Therapieverläufen.
Tourette-Syndrom
Das Tourette-Syndrom ist eine neurologische Erkrankung, die unter anderem mit motorischen und vokalen Tics verbunden ist. Viele Betroffene leiden außerdem an Begleitsymptomen wie innerer Anspannung, Schlafproblemen oder Schwierigkeiten bei der Impulskontrolle.
Untersucht werden beim Einfluss von Cannabis auf das Tourette-Syndrom unter anderem THC-haltige Arzneimittel wie Dronabinol. Dabei handelt es sich um medizinisch eingesetztes THC, das meist in Form von Tropfen oder Kapseln verabreicht wird. Kleinere klinische Studien geben Hinweise darauf, dass sich die Intensität bestimmter Tics bei manchen Patient*innen verringern könnte.
Die wissenschaftliche Datenlage bleibt bislang allerdings begrenzt, und nicht jede Person reagiert gleich auf cannabinoidbasierte Therapien.
Restless-Legs-Syndrom
Das Restless-Legs-Syndrom sorgt häufig genau dann für Unruhe, wenn der Körper eigentlich zur Ruhe kommen soll. Viele Betroffene beschreiben ein schwer kontrollierbares Ziehen, Kribbeln oder Bewegungsbedürfnis in den Beinen, das besonders abends oder nachts auftritt und den Schlaf massiv beeinträchtigen kann.
Cannabis beim Restless-Legs-Syndrom wird unter anderem auf seinen Effekt auf Schlafprobleme, Muskelentspannung und sensorische Beschwerden untersucht. Dahinter steht die Frage, ob Cannabinoide bestimmte Signalwege beeinflussen könnten, die bei RLS eine Rolle spielen. Große klinische Studien fehlen bislang allerdings weitgehend.
Häufige Fragen (FAQs) zu Cannabis-Indikationen
Welche Erkrankungen werden mit medizinischem Cannabis behandelt?
Medizinisches Cannabis wird in Deutschland unter anderem bei chronischen Schmerzen, Spastiken bei Multipler Sklerose, therapieresistenter Epilepsie oder Begleitsymptomen onkologischer Therapien eingesetzt. Auch bei Tourette-Syndrom, bestimmten Schlafstörungen oder einzelnen psychiatrischen Beschwerden beschäftigen sich Ärzt*innen und Forschende mit cannabinoidbasierten Therapien.
Seit 2017 kann Cannabis in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verschrieben werden.
Bei welchen Schmerzformen wird Cannabis eingesetzt?
Cannabis wird vor allem bei chronischen Schmerzen und neuropathischen Beschwerden untersucht und eingesetzt. Dazu gehören etwa Nervenschmerzen, Tumorschmerzen oder bestimmte entzündliche Schmerzformen.
Die Datenlage unterscheidet sich je nach Erkrankung deutlich. Bei neuropathischen Schmerzen gilt die Evidenz bislang als vergleichsweise belastbar.
Wann kommt Cannabis bei neurologischen Erkrankungen infrage?
Bei neurologischen Erkrankungen wird Cannabis unter anderem im Zusammenhang mit Spastiken bei Multipler Sklerose, therapieresistenter Epilepsie, Tourette-Syndrom oder Polyneuropathien eingesetzt und untersucht.
Je nach Erkrankung kommen unterschiedliche cannabinoidbasierte Arzneimittel infrage. Dazu gehören etwa CBD-basierte Therapien bei bestimmten Epilepsieformen oder THC-haltige Medikamente bei Spastiken oder Tics.
Welche Rolle spielt Cannabis bei psychischen Erkrankungen?
Cannabis wird auch bei Angststörungen, PTBS, Schlafproblemen oder Depressionen diskutiert. Besonders CBD steht dabei im Fokus der Forschung, da es keinen klassischen Rausch verursacht und anders wirkt als THC.
Gerade bei psychischen Erkrankungen bleibt die Datenlage allerdings komplex. Cannabinoide können je nach Wirkstoff, Dosierung und individueller Veranlagung sehr unterschiedlich wirken.
Wird Cannabis bei Magen-Darm-Erkrankungen eingesetzt?
Bei entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa beschäftigen sich Studien unter anderem mit dem Einfluss von Cannabis auf Schmerzen, Entzündungsprozesse und die allgemeine Lebensqualität. Auch im Zusammenhang mit Appetitverlust oder chemotherapiebedingter Übelkeit wird Cannabis eingesetzt und untersucht.
Die wissenschaftliche Evidenz fällt je nach Erkrankung und Symptom jedoch unterschiedlich aus.
Warum wird Cannabis bei Krebs eingesetzt?
In der Onkologie wird Cannabis vor allem unterstützend bei Übelkeit, Appetitverlust, Schlafproblemen oder Tumorschmerzen während Krebstherapien eingesetzt.
Cannabis ersetzt dabei keine Krebstherapie, sondern soll bestimmte Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern.
Welche Darreichungsformen gibt es?
Je nach Erkrankung und Therapieziel kommen unterschiedliche cannabisbasierte Arzneimittel infrage. Dazu gehören etwa Mundsprays wie Sativex bei MS-bedingter Spastik, Dronabinol in Tropfenform oder Cannabisblüten und Extrakte.
Welche Darreichungsform sinnvoll ist, hängt unter anderem von Beschwerden, Wirkdauer und individueller Verträglichkeit ab.
Wer darf medizinisches Cannabis verschreiben?
In Deutschland können grundsätzlich alle approbierten Ärzti*nnen medizinisches Cannabis verschreiben. Voraussetzung ist meist, dass eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt und andere Therapien nicht ausreichend helfen oder nicht gut vertragen werden.
Bei Releaf DE erfolgt die Prüfung online durch erfahrene Ärzt*innen.
Autoren

Lea Hauke
LinkedInLea Hauke ist zweisprachige Texterin und Spezialistin für Lokalisierung (Deutsch/Englisch) mit Fokus auf klare und präzise Kommunikation in komplexen und regulierten Bereichen. Seit über fünf Jahren unterstützt sie internationale Unternehmen dabei, Inhalte für den DACH-Markt sprachlich und kulturell passend aufzubereiten.
Ihre Erfahrung umfasst unter anderem SaaS, Finanzen, Bildung sowie Inhalte für internationale Zielgruppen im deutschsprachigen Raum. Dabei arbeitet sie an der Schnittstelle von Copywriting und Transcreation, um Inhalte auch bei sensiblen Themen wie Gesundheit verständlich, vertrauenswürdig und markenkonform zu gestalten.
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