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Cannabis bei Multipler Sklerose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Cannabis bei Multipler Sklerose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Lea Hauke Autor von medizinischen Cannabis

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Lea Hauke

01.09.202612 Min. zum Lesen
Cannabis bei Multipler Sklerose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Kann medizinisches Cannabis Muskelkrämpfe lösen, Schmerzen lindern oder dabei helfen, nachts besser zu schlafen? Rund um Cannabis bei Multipler Sklerose gibt es viele Hoffnungen, aber auch Aussagen, die weiter gehen als die Forschung. Am besten untersucht ist die Wirkung auf die subjektiv wahrgenommene Spastik. Bei Schmerzen, Schlaf- und Blasenproblemen bleiben dagegen deutlich mehr Fragen offen.


Wir schauen uns an, was bisher bekannt ist und was das für eine mögliche Behandlung bedeutet.

Multiple Sklerose und ihre Behandlung


Bei Multipler Sklerose (kurz MS) richtet sich das Immunsystem gegen körpereigene Strukturen und schädigt unter anderem die Myelinscheiden, die wie eine Schutzschicht um die Nervenfasern liegen. Dadurch können Nervensignale nicht mehr ungestört weitergeleitet werden. Welche Folgen das hat, hängt davon ab, wo die Entzündungen und Schädigungen auftreten.

Welche Beschwerden kann Multiple Sklerose verursachen?


MS kennt man auch als die Krankheit der 1000 Gesichter, weil die Symptome der Krankheit so unterschiedlich aussehen können. Hinzu kommt, dass der Verlauf bei manchen Menschen sehr mild sein kann und sie über längere Zeit nur leichte Beschwerden empfinden. Andere sind im Alltag deutlich stärker beeinträchtigt und stehen vor einem vollkommen anderen Leidensdruck. Auch bei derselben Person können sich Art und Intensität der Beschwerden im Laufe der Zeit verändern.


Zu den möglichen Symptomen zählen Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, Muskelschwäche sowie Probleme mit Gleichgewicht und Koordination. Viele Patient:innen leiden außerdem unter Fatigue, einer ausgeprägten körperlichen und geistigen Erschöpfung, die sich nicht mit gewöhnlicher Müdigkeit vergleichen lässt. Hinzukommen können spastische Muskelverkrampfungen, neuropathische Schmerzen sowie Störungen der Blasen- oder Darmfunktion.


Ein Teil dieser Beschwerden tritt während eines Schubs neu auf oder verstärkt sich vorübergehend. Andere Symptome bleiben bestehen oder nehmen bei fortschreitenden Verlaufsformen allmählich zu.


Wie werden die Erkrankung und ihre Symptome behandelt?

Wie werden die Erkrankung und ihre Symptome behandelt?


Die Behandlungsformen bei MS verfolgen verschiedene Ziele: Zum einen wird versucht, akute Schübe zu behandeln, gleichzeitig soll die Krankheitsaktivität langfristig gebremst werden und bestehende Beschwerden sollen sich im Alltag möglichst wenig auswirken.


Während eines akuten Schubs treten neue Symptome auf oder bereits bekannte Beschwerden verstärken sich deutlich. In dieser Situation werden meist hoch dosierte Glukokortikosteroide wie Methylprednisolon eingesetzt. Sie sollen die Entzündungsreaktion eindämmen und dazu beitragen, dass sich die Beschwerden schneller zurückbilden. Reicht das nicht aus, kommen je nach Schwere des Schubs weitere Behandlungen infrage, darunter ein Plasmaaustausch oder eine Immunadsorption. Dabei werden bestimmte Bestandteile aus dem Blut entfernt, die an der Entzündungsreaktion beteiligt sind.


Auch in Phasen ohne akuten Schub bleibt die Behandlung wichtig. Krankheitsmodifizierende Medikamente greifen regulierend oder hemmend in das Immunsystem ein. Sie können die Zahl neuer Schübe reduzieren und den Krankheitsverlauf bremsen. Welche Therapie zu dir passt, hängt unter anderem von der Verlaufsform, der Krankheitsaktivität, deinen MRT-Befunden und möglichen Nebenwirkungen ab. Diese Entscheidung triffst du gemeinsam mit deinen behandelnden Neurolog:innen.


Daneben geht es um die Beschwerden, die deinen Alltag ganz unmittelbar beeinflussen. Vielleicht erschwert eine Spastik das Gehen, neuropathische Schmerzen stören deinen Schlaf oder eine Blasenstörung macht längere Wege anstrengend. Die symptomatische Behandlung setzt bei diesen konkreten Problemen an. Dazu können Physio- oder Ergotherapie ebenso gehören wie Medikamente gegen Muskelverkrampfungen, Schmerzen oder Blasenbeschwerden.


Manche Symptome lassen sich trotzdem nicht ausreichend lindern. Vielleicht wirkt ein Medikament bei dir nicht wie erhofft oder seine Nebenwirkungen wiegen im Alltag zu schwer. Dann kann gemeinsam mit Ärzt:innen geprüft werden, ob ein cannabinoidhaltiges Arzneimittel als ergänzende Behandlung infrage kommt. Dabei kommt es nicht allein auf die Diagnose MS an, sondern auf das konkrete Symptom, deine bisherigen Behandlungsversuche und deine persönlichen Risiken.

Wie kann medizinisches Cannabis bei MS eingesetzt werden?


Wenn Spastik, Schmerzen oder andere Beschwerden trotz einer Behandlung bestehen bleiben, kann das im Alltag sehr belastend sein. Vielleicht fällt dir das Gehen zunehmend schwer, Muskelkrämpfe stören deinen Schlaf oder ein Medikament hilft nicht ausreichend. In solchen Situationen kann medizinisches Cannabis als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit infrage kommen.

Die Wirkweise bestimmter Cannabinoide im menschlichen Körper


In der Cannabispflanze enthaltene Cannabinoide wie THC und CBD wirken über das körpereigene Endocannabinoid-System. Dieses ist unter anderem an der Verarbeitung von Schmerzen und der Steuerung von Bewegungen beteiligt. In experimentellen MS-Modellen wurden zudem entzündungshemmende Effekte sowie mögliche Einflüsse auf die Schädigung und Regeneration der Myelinscheiden beobachtet.


Beim Menschen ließen sich die in Tiermodellen beobachteten Auswirkungen auf die Erkrankung bisher jedoch nicht bestätigen. Medizinisches Cannabis wird bei MS daher zur Linderung einzelner Beschwerden eingesetzt, nicht als krankheitsmodifizierende Behandlung. Das zeigt ein Review von Sirbu et al von 2023.


Welche cannabinoidhaltigen Arzneimittel kommen bei MS-Symptomen infrage?

Welche cannabinoidhaltigen Arzneimittel kommen bei MS-Symptomen infrage?


Am besten untersucht und am klarsten geregelt ist der Einsatz bei mittelschwerer bis schwerer Spastik. Für erwachsene Patient:innen, bei denen andere antispastische Medikamente nicht ausreichend helfen, ist in Deutschland ein Mundspray mit THC und CBD, namens Sativex, zugelassen. Der enthaltene Wirkstoff Nabiximols wird zusätzlich zur bisherigen Behandlung angewendet. Zunächst wird über vier Wochen geprüft, ob sich die Spastik für die betreffende Person klinisch erheblich verbessert. Nur dann soll die Behandlung fortgesetzt werden, wie die Fachinformation zu Sativex vorgibt.


Ärzt:innen können unter bestimmten Voraussetzungen auch andere cannabisbasierte Präparate verschreiben, darunter Cannabisblüten, Extrakte oder Arzneimittel mit einzelnen Cannabinoiden. Die Ergebnisse aus Studien zu Nabiximols lassen sich allerdings nicht einfach auf all diese Produkte übertragen. Sie unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und Anwendung und wurden bei MS nicht gleich gut untersucht. Auch für reines CBD ist bisher nicht belegt, dass es die Erkrankung oder einzelne MS-Symptome wirksam behandelt. Der Cochrane-Review zu Cannabinoiden bei MS untersuchte überwiegend Nabiximols sowie einige Cannabisextrakte und synthetische Cannabinoide.


Ob medizinisches Cannabis für dich infrage kommt, hängt deshalb von deiner persönlichen Situation ab. Entscheidend ist, welches Symptom behandelt werden soll, welche Therapien du bereits ausprobiert hast und welche Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen auftreten könnten. Gemeinsam mit Ärzt:innen kannst du abwägen, ob der mögliche Nutzen die Risiken in deinem Fall überwiegt.

Was sagt die Forschung zu Cannabis bei MS?


Wenn du auf der Suche nach Informationen zu Cannabis bei MS bist, fällt dir wahrscheinlich schnell auf, wie unterschiedlich die Aussagen sind. Manche Quellen sind von der Wirkung von Cannabinoiden bei MS geradezu begeistert. Bei einem genaueren Blick auf die Studienlage fällt allerdings auf, dass nicht alle Symptome gleich gut untersucht wurden. Auch die untersuchten Präparate, Messmethoden und Behandlungszeiträume unterscheiden sich teilweise erheblich.


Eine wichtige Grundlage für die Einordnung ist ein Cochrane-Review von Filippini et al. aus dem Jahr 2022. Darin wurden 25 Studien mit insgesamt 3.763 Menschen mit MS ausgewertet. Die meisten Untersuchungen liefen nur wenige Wochen, und 15 der 25 Studien wurden von Pharmaunternehmen finanziert. Evidenz von hoher Qualität fanden die Autor:innen für keines der untersuchten Ergebnisse.

Wie gut ist die Wirkung bei Spastik belegt?


Eine Spastik kann sich als anhaltende Muskelsteifheit, Muskelspannung oder schmerzhafte Muskelkrämpfe bemerkbar machen. Sie kann Bewegungen erschweren, den Schlaf stören und aus alltäglichen Tätigkeiten unüberwindbare Hindernisse machen. Subjektive Verbesserungen, die von Patient:innen wahrgenommen werden, haben deswegen eine Aussagekraft, die man nicht unterschätzen sollte.


Für diesen subjektiv empfundenen Schweregrad liefert die Forschung die bislang verlässlichsten Ergebnisse. Im Cochrane-Review erhöhten Cannabinoide wahrscheinlich die Zahl der Patient:innen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen über eine erhebliche Verringerung ihrer Spastik berichteten. Diese Einschätzung beruht auf fünf Studien mit insgesamt 1.143 Teilnehmenden und wurde als moderat verlässlich bewertet.


Wichtig ist, was damit belegt ist: Ein Teil der Patient:innen empfand die Spastik unter der Behandlung als deutlich weniger schwer. Daraus lässt sich nicht ableiten, dass sich der Muskeltonus bei allen Behandelten objektiv messbar verbessert oder dass jede Form von medizinischem Cannabis gleich gut wirkt.


Auch über eine langfristige Wirkung lässt sich wenig sagen, da viele Studien nur wenige Wochen dauerten. Eine Metaanalyse von AlHabil et al. aus dem Jahr 2025 kam ebenfalls zu positiven Ergebnissen, wies aber eine sehr hohe Unterschiedlichkeit zwischen den eingeschlossenen Studien und Hinweise auf einen möglichen Publikationsbias auf.

Kann Cannabis neuropathische Schmerzen lindern?


Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen im Nervensystem und können sich beispielsweise brennend, stechend oder elektrisierend anfühlen. Wenn herkömmliche Schmerzmedikamente nicht ausreichend helfen, ist die Hoffnung auf eine weitere Behandlungsoption verständlich.


Bislang lässt sich jedoch nicht verlässlich sagen, wie gut Cannabinoide neuropathische Schmerzen bei MS lindern. Im Cochrane-Review stammten die Ergebnisse zu einer deutlichen Verringerung des wahrgenommenen Schmerzes aus nur einer Studie mit 48 Personen. Die Autor:innen bewerteten diese Evidenz als sehr unsicher. Auch für eine Verringerung der durchschnittlichen Schmerzintensität reichten die Daten nicht aus, um eine zuverlässige Aussage zu treffen.


Andere Übersichtsarbeiten fallen teilweise optimistischer aus. Ein Review von Haddad et al. aus dem Jahr 2022 beschreibt positive Ergebnisse bei Schmerzen und Spastik, betont aber zugleich, dass sich die Studien in ihren Präparaten und Anwendungsformen unterscheiden und die Ergebnisse zu anderen MS-Symptomen uneinheitlich sind. Solche positiven Einzelergebnisse sind ein Anlass für weitere Untersuchungen, reichen aber noch nicht für die Aussage aus, dass Cannabis neuropathische Schmerzen bei MS zuverlässig lindert.

Was weiß man über Schlaf- und Blasenprobleme?


Schlafprobleme können bei MS verschiedene Ursachen haben. Manche Menschen werden nachts wach, weil sie Schmerzen oder Muskelkrämpfe plagen, andere müssen nachts mehrmals ihre Blase wegen vermehrten Harndrangs entleeren. Wenn sich der Schlaf während einer Therapie mit Cannabis verbessert, ist es oft schwer zu sagen, ob sich Cannabis tatsächlich positiv auf die Schlafqualität auswirkt, oder ob eines der Symptome nachgelassen hat.


Einige klinische Studien berichten von Verbesserungen der Schlafqualität. Der Review von Haddad et al. ordnet die Ergebnisse zu Schlaf und weiteren MS-Beschwerden jedoch als uneinheitlich ein. Damit ist bislang nicht ausreichend belegt, dass cannabinoidhaltige Arzneimittel eine eigenständige Behandlung von Schlafstörungen bei MS darstellen.


Auch bei Blasenbeschwerden gibt es erste Hinweise, aber kein klares Gesamtbild. In der randomisierten CAMS-LUTS-Studie wurden ein Cannabisextrakt und THC bei MS-bedingter Dranginkontinenz untersucht. Einzelne Messwerte verbesserten sich, die Ergebnisse fielen jedoch nicht durchgehend eindeutig aus. Der Nutzen bei Beschwerden wie häufigem Harndrang, nächtlichen Toilettengängen oder Inkontinenz lässt sich daher noch nicht zuverlässig beurteilen. Wer solche Symptome hat, sollte sie neurologisch und urologisch abklären lassen, da je nach Ursache andere Behandlungen besser untersucht und gezielter einsetzbar sind.

Welche Nebenwirkungen und Risiken sind bei MS wichtig?


Bei der Entscheidung für oder gegen medizinisches Cannabis zählt neben der möglichen Wirkung auch, wie gut du die Behandlung verträgst. Das ist bei MS besonders wichtig, weil Nebenwirkungen wie Schwindel, Müdigkeit oder Muskelschwäche bereits bestehende Einschränkungen verstärken können. Der Cochrane-Review zu Cannabinoiden bei MS fand zwar keinen klaren Anstieg schwerwiegender unerwünschter Ereignisse, Behandlungsabbrüche sowie neurologische oder psychiatrische Beschwerden könnten jedoch häufiger auftreten.

Wie können Cannabinoide Mobilität und Kognition beeinflussen?


Schwindel, Schläfrigkeit, Gleichgewichtsstörungen und eine verringerte Aufmerksamkeit können das Gehen unsicherer machen und das Sturzrisiko erhöhen. Laut der aktuellen Fachinformation zu Sativex treten Schwindel und Fatigue häufig zu Beginn der Behandlung auf und lassen bei vielen Patient:innen nach einigen Tagen nach.


Mögliche Auswirkungen auf die Kognition sind noch nicht abschließend geklärt. In einer Querschnittsstudie von Kever et al. aus dem Jahr 2025 waren Freizeitkonsument:innen mit MS bei Tests zur Verarbeitungsgeschwindigkeit und zum Arbeitsgedächtnis schlechter als Nichtkonsument:innen. Die Studie zeigt einen Zusammenhang, belegt aber nicht, dass Cannabis die Unterschiede verursacht hat. Wenn du während der Behandlung Veränderungen deiner Konzentration oder deines Gedächtnisses bemerkst, solltest du sie ärztlich ansprechen.

Was gilt bei anderen Medikamenten und im Straßenverkehr?


Cannabinoide können die Wirkung anderer Medikamente verstärken oder beeinflussen. Vorsicht ist laut Sativex-Fachinformation insbesondere bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln, sedierenden Arzneimitteln und anderen Medikamenten gegen Spastik geboten. Auch Alkohol kann Koordination, Konzentration und Reaktionsfähigkeit zusätzlich beeinträchtigen. Informiere deine Ärzt:innen deshalb über alle Medikamente und pflanzlichen Präparate, die du einnimmst.


Für bestimmungsgemäß eingenommene, ärztlich verschriebene Cannabisarzneimittel gilt eine Ausnahme vom allgemeinen THC-Grenzwert im Straßenverkehr. Das regelt § 24a Absatz 4 des Straßenverkehrsgesetzes. Fahren darfst du trotzdem nur, wenn du das Fahrzeug sicher führen kannst. Wer durch die Wirkung eines berauschenden Mittels fahruntüchtig ist, kann sich nach § 316 Strafgesetzbuch strafbar machen. Bei Schwindel, Schläfrigkeit oder Konzentrationsproblemen solltest du daher nicht fahren.


Behandlung mit medizinischem Cannabis bei Releaf

Behandlung mit medizinischem Cannabis bei Releaf


Wenn du prüfen lassen möchtest, ob medizinisches Cannabis für deine MS-Beschwerden infrage kommt, wählst du bei Releaf DE zunächst ein Produkt aus und beantwortest anschließend einen kurzen medizinischen Fragebogen. Darin machst du Angaben zu deinen Vorerkrankungen, bisherigen Therapien und deinem Behandlungsziel. In Deutschland zugelassene Ärzt:innen prüfen diese Informationen und stellen ein Rezept aus, wenn sie die Behandlung für medizinisch geeignet halten.


Bei MS solltest du möglichst genau angeben, welches Symptom du behandeln möchtest und wie es dich im Alltag beeinträchtigt. Wichtig sind außerdem alle Medikamente, die du derzeit einnimmst, bisherige Behandlungsversuche und dabei aufgetretene Nebenwirkungen. Auch Gleichgewichtsprobleme, Stürze, Konzentrationsbeschwerden und psychische Vorerkrankungen können für die ärztliche Einschätzung relevant sein.


Erscheint medizinisches Cannabis geeignet, wird das verordnete Medikament von einer deutschen Partnerapotheke versendet. Eine bestehende MS-Therapie solltest du nicht eigenständig verändern oder absetzen. Besprich deine Erwartungen offen und informiere auch deine behandelnden Neurolog:innen über die zusätzliche Cannabistherapie.

Häufig gestellte Fragen zu Cannabis bei Multipler Sklerose

Kann medizinisches Cannabis Multiple Sklerose heilen?


Multiple Sklerose ist bislang nicht heilbar, und für Cannabis ist keine Wirkung auf die Ursache oder das Fortschreiten der Erkrankung nachgewiesen. Cannabinoide können allenfalls dazu beitragen, einzelne Beschwerden wie Spastik zu lindern. Die krankheitsmodifizierende MS-Therapie bleibt deshalb weiterhin wichtig.

Hilft CBD allein gegen Multiple Sklerose?


Für reines CBD ist bislang nicht belegt, dass es MS oder ihre Symptome wirksam behandelt. Die klinischen Untersuchungen schlossen überwiegend Präparate mit THC ein, darunter Nabiximols mit einer Kombination aus THC und CBD. Ergebnisse aus Labor- und Tierstudien zu möglichen entzündungshemmenden Wirkungen reichen nicht aus, um CBD als MS-Therapie zu empfehlen.

Für welche MS-Symptome ist Cannabis am besten untersucht?


Am besten untersucht ist die MS-bedingte Spastik. Laut einem Cochrane-Review mit 25 Studien berichten unter Cannabinoiden wahrscheinlich mehr Patient:innen über eine deutliche Verringerung der wahrgenommenen Spastik als unter Placebo. Für neuropathische Schmerzen ist der Nutzen dagegen unklar. Zu Schlaf- und Blasenproblemen gibt es lediglich begrenzte und uneinheitliche Ergebnisse.

Ist Cannabis bei MS eine Alternative zu Baclofen?


Cannabis ist kein allgemeiner Ersatz für Baclofen. Das THC-CBD-Mundspray Nabiximols ist als Zusatzbehandlung für Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer MS-bedingter Spastik zugelassen, wenn andere antispastische Medikamente nicht ausreichend geholfen haben. Ob Baclofen weiter eingenommen, angepasst oder gewechselt wird, muss ärztlich entschieden werden.


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Autoren

Lea Hauke Autor von medizinischen Cannabis

Lea Hauke

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Lea Hauke ist zweisprachige Texterin und Spezialistin für Lokalisierung (Deutsch/Englisch) mit Fokus auf klare und präzise Kommunikation in komplexen und regulierten Bereichen. Seit über fünf Jahren unterstützt sie internationale Unternehmen dabei, Inhalte für den DACH-Markt sprachlich und kulturell passend aufzubereiten.

Ihre Erfahrung umfasst unter anderem SaaS, Finanzen, Bildung sowie Inhalte für internationale Zielgruppen im deutschsprachigen Raum. Dabei arbeitet sie an der Schnittstelle von Copywriting und Transcreation, um Inhalte auch bei sensiblen Themen wie Gesundheit verständlich, vertrauenswürdig und markenkonform zu gestalten.

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