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Geselligkeit als mögliche Wirkung von medizinischem Cannabis

Manche Menschen berichten, dass sie sich unter der Anwendung von medizinischem Cannabis offener oder kontaktfreudiger fühlen. Andere ziehen sich eher zurück oder nehmen überhaupt keine Veränderung im Umgang mit ihrer Umgebung wahr. Die persönliche Wahrnehmung kann also sehr unterschiedlich ausfallen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Neben der Zusammensetzung des Cannabis-Arzneimittels spielen auch die individuelle Persönlichkeit, die aktuelle Stimmung und die jeweilige Situation eine Rolle.


Ein gesteigertes Gefühl von Geselligkeit gehört nicht zu den typischen oder erwartbaren Wirkungen einer medizinischen Cannabis-Therapie. Vielmehr handelt es sich um eine mögliche Begleiterscheinung, die auftreten kann, aber nicht auftreten muss. Im Mittelpunkt der Behandlung steht weiterhin die Linderung krankheitsbedingter Beschwerden.

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Wann kann medizinisches Cannabis geselliger machen?

Ob sich jemand nach der Anwendung von Medizinalcannabis geselliger fühlt, lässt sich nicht verlässlich vorhersagen. Gespräche können leichter fallen oder man fühlt sich in Gesellschaft entspannter. Möglich ist auch, dass sich das Sozialverhalten überhaupt nicht verändert. Es gibt sogar Menschen, die sich eher zurückziehen und Reize intensiver wahrnehmen. Die Reaktionen können also in ganz unterschiedliche Richtungen gehen.


Eine mögliche Erklärung liegt nicht zwangsläufig in einer direkten Wirkung auf das Sozialverhalten. Wenn Schmerzen, Muskelverspannungen oder andere belastende Symptome nachlassen, fühlen sich manche Betroffene wohler und nehmen dadurch wieder aktiver am Alltag teil. Auch das kann als größere Offenheit im Umgang mit anderen empfunden werden. Wissenschaftliche Belege dafür, dass medizinisches Cannabis die Geselligkeit gezielt fördert, gibt es derzeit jedoch nicht. Solche Erfahrungen bleiben individuell und lassen sich nicht auf alle Patientinnen und Patienten übertragen.


Kann dieser Effekt bei bestimmten Erkrankungen eine Rolle spielen?


Viele chronische Erkrankungen wirken sich nicht nur auf den Körper aus. Sie verändern auch das soziale Leben. Anhaltende Schmerzen, Spastik oder andere belastende Beschwerden können dazu führen, dass Treffen mit Familie oder Freunden seltener werden. Gelingt es, diese Symptome zu lindern, fällt manchen Patientinnen und Patienten die Teilnahme am Alltag wieder leichter. Das kann den Eindruck vermitteln, geselliger geworden zu sein. Ursache ist dann jedoch in erster Linie die geringere körperliche Belastung und nicht eine gezielte Wirkung auf das Sozialverhalten.


Medizinisches Cannabis wird deshalb nicht mit dem Ziel eingesetzt, Menschen kontaktfreudiger zu machen. Entscheidend bleibt immer die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung. Ob eine Cannabis-Therapie infrage kommt, beurteilt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt anhand der individuellen Beschwerden, bisheriger Therapien und der persönlichen Behandlungssituation.