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Cannabis bei Arthrose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Cannabis bei Arthrose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Autorin Aya Sakr

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Aya Sakr

03.09.202612 Min. zum Lesen
Cannabis bei Arthrose: Was ist über die Wirkung bekannt?

Ein steifes Knie am Morgen, ein Ziehen in der Hüfte beim Treppensteigen: Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen in Deutschland und wird mit steigendem Alter immer häufiger. Viele Betroffene suchen nach einer Ergänzung zur klassischen Therapie, wenn Schmerzmittel nicht ausreichend wirken oder unerwünschte Nebenwirkungen verursachen.


Medizinisches Cannabis wird in diesem Zusammenhang zunehmend diskutiert. Die wissenschaftliche Evidenz besteht bislang überwiegend aus kleinen randomisierten Studien, Beobachtungsdaten und präklinischer Forschung, eine klare Empfehlung in deutschen Arthrose-Leitlinien gibt es derzeit nicht. Dieser Artikel ordnet ein, was Cannabis bei Arthrose realistisch leisten kann und wo die Grenzen der aktuellen Forschung liegen.


Arthrose verstehen

Arthrose verstehen


Bevor es um die Frage geht, ob medizinisches Cannabis eine Behandlungsoption sein kann, lohnt sich ein Blick auf das Krankheitsbild selbst. Dieses Hintergrundwissen erleichtert es, zu verstehen, wie Arthrose entsteht und sich von verwandten Gelenkerkrankungen unterscheidet, und kann die spätere Studienlage zu Cannabis richtig einordnen.


Arthrose zählt zu den häufigsten chronischen Gelenkerkrankungen und kann grundsätzlich jedes Gelenk betreffen, wobei Knie, Hüfte und Hände besonders häufig betroffen sind. Anders als nach einer akuten Verletzung entwickelt sich der Knorpelabbau meist schleichend über viele Jahre. Viele Betroffene bemerken die Erkrankung deshalb erst, wenn Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen ihren Alltag bereits spürbar beeinträchtigen.


Symptome und betroffene Gelenke


Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung, bei der sich der schützende Gelenkknorpel nach und nach abbaut. Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend und machen sich anfangs häufig nur bei Belastung bemerkbar. Typische Anzeichen sind:


  • Belastungsschmerzen, die zunächst nur zeitweise auftreten
  • Der sogenannte Anlaufschmerz - Beschwerden bei den ersten Bewegungen nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhephasen, die meist nach kurzer Zeit wieder nachlassen
  • Gelenksteifigkeit, insbesondere nach längeren Ruhephasen
  • Gelegentliche Schwellungen, die im Unterschied zu entzündlichen Gelenkerkrankungen meist nicht deutlich überwärmt sind

Besonders häufig sind Knie-, Hüfte-, Finger- und Wirbelgelenke betroffen. Begünstigt wird die Entstehung einer Arthrose unter anderem durch höheres Alter, Übergewicht, Fehlbelastungen sowie frühere Gelenkverletzungen.


Arthrose vs. Arthritis


Die Begriffe Arthrose und Arthritis werden im Alltag oft verwechselt, bezeichnen aber unterschiedliche Erkrankungen. Arthrose ist ein degenerativer Prozess, bei dem der Knorpel durch jahrelange Belastung oder altersbedingten Verschleiß abgebaut wird.


Arthritis dagegen ist eine entzündliche Gelenkerkrankung, die häufig autoimmun bedingt ist, etwa bei der rheumatoiden Arthritis. Eine länger anhaltende Morgensteifigkeit spricht eher für eine entzündliche Ursache, ersetzt jedoch keine ärztliche Diagnostik. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich sowohl die Behandlung als auch die Studienlage zu Cannabis je nach Erkrankung unterscheiden.


Konventionelle Arthrose-Behandlung


Die Arthrosetherapie basiert auf einem abgestuften Behandlungskonzept aus nicht-medikamentösen und medikamentösen Maßnahmen. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, die Gelenkfunktion möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.


Die aktuelle S3-Leitlinie zur Gonarthrose betont zudem die aktive Mitwirkung der Patient:innen als wichtigen Bestandteil der Behandlung. Reichen konservative Maßnahmen trotz konsequenter Therapie nicht aus und bestehen weiterhin starke Beschwerden, kann bei fortgeschrittener Arthrose auch ein künstlicher Gelenkersatz infrage kommen.


Medikamentöse Schmerztherapie


Zur medikamentösen Behandlung werden zunächst häufig topische oder orale nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen eingesetzt. Sie können Schmerzen lindern und Entzündungen abschwächen. Paracetamol spielt aufgrund seiner begrenzten Wirksamkeit bei Arthrose heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Eine langfristige Einnahme von NSAR ist wegen möglicher Nebenwirkungen jedoch nur eingeschränkt geeignet.


Vor allem bei älteren Patient:innen erhöhen NSAR laut S3-Leitlinie Gonarthrose das Risiko für Magen-Darm-, Herz-Kreislauf- und Nierenkomplikationen. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, können intraartikuläre Kortikosteroid-Injektionen zur kurzfristigen Schmerzlinderung erwogen werden. Opioide werden wegen ihres Abhängigkeitspotenzials und ihres begrenzten Nutzens bei Arthrose nur zurückhaltend und meist als letzte medikamentöse Option eingesetzt.


Nicht-medikamentöse Ansätze


Laut S3-Leitlinie Gonarthrose gehören Bewegungstherapie, gezielte Kräftigungsübungen und eine Gewichtsreduktion bei Übergewicht zu den wichtigsten Bausteinen der Arthrosebehandlung. Schon eine moderate Gewichtsabnahme kann die Belastung auf tragende Gelenke wie Knie und Hüfte spürbar verringern.


Besonders empfohlen werden gelenkschonende Ausdauersportarten wie Schwimmen oder Radfahren sowie gezieltes Krafttraining der umliegenden Muskulatur, das die Gelenke stabilisiert und entlastet.


Auch Yoga oder Tai Chi können die Beweglichkeit verbessern und werden in einigen Studien mit einer Reduktion der Schmerzintensität in Verbindung gebracht.


Wärme- oder Kälteanwendungen können ergänzend eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern. Sie bilden die Basis der Behandlung und werden bei Bedarf durch weitere therapeutische Maßnahmen ergänzt. Hilfsmittel wie Einlagen, Gehstöcke oder Bandagen können die Gelenke zusätzlich entlasten und werden je nach betroffenem Gelenk individuell angepasst.


Cannabis-Forschung bei Arthrose

Cannabis-Forschung bei Arthrose


Das Interesse an medizinischem Cannabis bei Arthrose ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Seit Inkrafttreten des Medizinal-Cannabisgesetzes im April 2024 unterliegt medizinisches Cannabis nicht mehr dem Betäubungsmittelrecht. Eine ärztliche Indikationsstellung bleibt jedoch weiterhin Voraussetzung.


Die wissenschaftliche Evidenz beruht bislang überwiegend auf präklinischen Untersuchungen und kleineren klinischen Studien. Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Unterschiede zwischen etablierten Therapieformen und medizinischem Cannabis als ergänzender Behandlungsoption:


AspektEtablierte TherapieMedizinisches Cannabis
WirkmechanismusHemmung entzündungsfördernder Signalwege (je nach Wirkstoff)Interaktion mit dem Endocannabinoid-System, klinische Relevanz bei Arthrose wird noch untersucht
EvidenzlageLeitliniengestützt, gute Evidenz für die SymptomkontrolleUneinheitlich, überwiegend kleine Studien, große randomisierte Studien fehlen bislang
Häufige NebenwirkungenMagen-Darm-, Herz-Kreislauf- und Nierenrisiken (je nach Präparat und Dauer)Schwindel, Müdigkeit/Sedierung, Mundtrockenheit.
Einsatz bei älteren Patient:innenIndividuelle Nutzen-Risiko-Abwägung erforderlichMöglich, jedoch mit niedriger Anfangsdosis und langsamer Aufdosierung

Präklinische Arthrose-Studien


In Labor- und Gewebeuntersuchungen wurden CB1- und CB2-Rezeptoren sowie weitere Bestandteile des Endocannabinoid-Systems im Synovialgewebe und in der Gelenkflüssigkeit von Patient:innen mit Arthrose und rheumatoider Arthritis nachgewiesen. Forschende diskutieren deshalb, ob dieses System an der Regulation von Schmerzen und Entzündungsprozessen im Gelenk beteiligt ist.


Tierexperimentelle Studien deuten zudem darauf hin, dass einzelne Cannabinoide Prozesse beeinflussen könnten, die am Knorpelabbau beteiligt sind. Daraus ergibt sich zwar eine plausible biologische Grundlage für weitere Forschung, ein klinischer Nutzen einer Cannabistherapie bei Arthrose lässt sich daraus jedoch noch nicht ableiten.


Klinische Evidenz bei Gelenkschmerzen


Mehrere systematische Übersichtsarbeiten haben die klinische Studienlage zu Cannabis bei Arthrose ausgewertet, zeichnen jedoch insgesamt ein uneinheitliches Bild. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 schloss zehn Studien ein. Sechs davon berichteten über eine statistisch signifikante Schmerzlinderung, gleichzeitig wiesen die Autor:innen auf die begrenzte Qualität und Vergleichbarkeit der verfügbaren Daten hin.


Eine neuere Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2026 identifizierte 19 Studien und beschrieb die bislang vielversprechendsten Ergebnisse für topisch angewendetes CBD, betonte jedoch zugleich den Bedarf an größeren, methodisch hochwertigen Studien.


Eine der methodisch stärksten Einzelstudien, durchgeführt an der MedUni Wien, fand dagegen keinen signifikanten Unterschied zwischen hochdosiertem oralem Cannabidiol (CBD) und Placebo bei Kniearthrose (Pramhas et al., The Lancet Regional Health - Europe, 2023). Insgesamt bleibt die Evidenz begrenzt, sodass sich derzeit keine allgemeine Therapieempfehlung ableiten lässt.


Cannabinoide für Gelenkgesundheit


THC und CBD interagieren auf unterschiedliche Weise mit dem Endocannabinoid-System, das an der Regulation von Schmerz- und Entzündungsprozessen beteiligt ist. Zu diesem körpereigenen System gehören unter anderem die Rezeptoren CB1 und CB2, die sowohl im Nervensystem als auch in verschiedenen Gelenkstrukturen vorkommen. Welche Wirkung ein Cannabinoid entfaltet, hängt unter anderem davon ab, an welche Rezeptoren es bindet. Das erklärt zumindest teilweise, weshalb sich THC und CBD pharmakologisch unterscheiden.


THC: wirkt psychoaktiv, bindet vor allem an CB1-Rezeptoren und kann schmerzlindernde Eigenschaften entfalten.


CBD: wirkt nicht psychoaktiv und zeigte in präklinischen Studien entzündungsmodulierende Eigenschaften. Ein eindeutiger klinischer Nutzen bei Arthrose ist bislang jedoch nicht belegt.


Welches THC-CBD-Verhältnis im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von den individuellen Beschwerden, der Verträglichkeit und möglichen Begleiterkrankungen ab und wird gemeinsam mit der behandelnden Ärzt:in festgelegt.


CBD bei Gelenkentzündungen

CBD bei Gelenkentzündungen


CBD wirkt nicht psychoaktiv und verursacht keinen Rausch. Präklinische Studien deuten darauf hin, dass Cannabidiol entzündungsmodulierende Eigenschaften besitzen könnte.


Ein klinischer Nutzen bei Arthrose konnte bislang jedoch nicht eindeutig nachgewiesen werden. Da CBD keine berauschende Wirkung hat, kann es – abhängig von den individuellen Beschwerden und dem Therapieziel – auch tagsüber eingesetzt werden.


CBD entfaltet seine Wirkung nicht direkt über CB1- oder CB2-Rezeptoren wie THC, sondern beeinflusst das Endocannabinoid-System eher indirekt, unter anderem über Serotonin- und TRPV1-Rezeptoren. Dieser Wirkmechanismus könnte erklären, warum CBD in Studien unterschiedlich stark wirkt, je nachdem, welche Schmerz- oder Entzündungsprozesse im Vordergrund stehen.


Welche Dosierung sinnvoll ist, legen die behandelnden Ärzt:innen individuell fest und passen sie bei Bedarf schrittweise an.


Topische Cannabis-Anwendung


Cremes, Gele oder Pflaster mit Cannabinoiden werden direkt auf das betroffene Gelenk aufgetragen und sollen vor allem lokal wirken. Ein möglicher Vorteil dieser Anwendungsform besteht darin, dass keine berauschende Wirkung zu erwarten ist und sie für manche Patient:innen eine Alternative zu oralen oder inhalativen Präparaten darstellen kann.


Eine offene Machbarkeitsstudie zu transdermalem CBD-Gel bei Handarthrose zeigte erste Hinweise auf Verbesserungen von Schmerzen und Steifigkeit. Da die Untersuchung ohne Kontrollgruppe durchgeführt wurde, müssen diese Ergebnisse jedoch noch in größeren placebokontrollierten Studien bestätigt werden.


Die Konzentration an Cannabinoiden variiert je nach Produkt stark, weshalb sich Wirkung und Verträglichkeit zwischen verschiedenen Präparaten deutlich unterscheiden können. Manche Topika kombinieren CBD zusätzlich mit anderen Wirkstoffen wie Menthol oder Arnika, um den kühlenden beziehungsweise wärmenden Effekt zu verstärken.


Arthrose-Behandlung bei Releaf


Releaf begleitet Patient:innen, die eine Behandlung mit medizinischem Cannabis in Erwägung ziehen, von der ärztlichen Ersteinschätzung bis zur Auswahl eines geeigneten Präparats. Über Releaf erhältst du Zugang zu einem ärztlichen Netzwerk, zu dem laut Unternehmensangaben unter anderem Dr. Hans Werner gehört.


Welche medizinischen Cannabissorten oder topischen Präparate aus dem medizinischen Cannabis-Online-Shop infrage kommen, richtet sich nach deinen Beschwerden, Vorerkrankungen und bisherigen Therapien. Die Behandlung beginnt mit einem digitalen medizinischen Fragebogen. Anschließend prüft das ärztliche Team deine Angaben und stellt bei entsprechender Eignung ein Rezept aus, das über eine Partnerapotheke eingelöst wird. Ob eine Cannabistherapie sinnvoll ist, entscheiden letztlich immer die behandelnden Ärzt:innen.


Integration mit Arthrose-Management


Cannabis wird bei Arthrose nicht anstelle, sondern ergänzend zu bewährten Maßnahmen eingesetzt. Eine ausreichende Schmerzkontrolle kann die Teilnahme an Physiotherapie oder Kräftigungsübungen erleichtern. Ob und in welchem Umfang Cannabis dazu beiträgt, muss individuell beurteilt werden.


Das gilt insbesondere im Kontext von chronischen Schmerzen, die bei fortgeschrittener Arthrose häufig den Alltag bestimmen. Eine Cannabistherapie sollte deshalb immer mit dem orthopädischen oder hausärztlichen Behandlungsteam abgestimmt werden.


Wichtig ist außerdem die Abstimmung mit bestehender Medikation. Wer bereits NSAR, Blutverdünner oder andere Schmerzmittel einnimmt, sollte mögliche Wechselwirkungen vorab ärztlich klären lassen. So lässt sich eine Cannabistherapie in ein bestehendes Behandlungskonzept einbetten, statt bestehende Therapien zu ersetzen.


Besondere Überlegungen für ältere Patient:innen


Arthrose tritt vor allem im höheren Lebensalter auf, gerade in dieser Gruppe verändert sich jedoch der Stoffwechsel mit dem Alter. Alterungsbedingte Veränderungen von Pharmakokinetik und Pharmakodynamik können die Wirkung und Verträglichkeit von Cannabinoiden beeinflussen. Bei älteren Patient:innen sind besonders folgende Risiken zu beachten:


  • Schwindel und Sedierung, vor allem zu Beginn der Therapie oder bei Dosissteigerungen
  • ein dadurch erhöhtes Sturzrisiko, das im Alter zu schwerwiegenden Folgen wie Frakturen führen kann
  • mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, insbesondere bei Polypharmazie
  • kardiovaskuläre Effekte, die bei bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen besondere Vorsicht erfordern

Aus diesem Grund gilt bei älteren Patient:innen besonders das Prinzip "Start low, go slow": eine sehr niedrige Einstiegsdosis, die nur langsam und unter ärztlicher Begleitung gesteigert wird (MacCallum & Russo, 2018).


Gerade bei Arthrose nehmen viele ältere Patient:innen bereits mehrere Medikamente gleichzeitig ein, etwa gegen Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte oder andere altersbedingte Erkrankungen.


Diese sogenannte Polypharmazie erhöht das Risiko für Wechselwirkungen mit Cannabinoiden zusätzlich. Eine vollständige Auflistung aller eingenommenen Medikamente gegenüber der behandelnden Ärzt:in ist deshalb eine wichtige Voraussetzung für eine sichere Therapie.


Realistische Erwartungen und Ziele


Der derzeitige Forschungsstand spricht allenfalls für einen möglichen symptomatischen Nutzen von Cannabis bei Arthrose. Cannabis gilt nicht als heilende Therapie, der Knorpelabbau wird dadurch nicht rückgängig gemacht. Realistische Therapieziele sind eine spürbare Schmerzreduktion, eine bessere Beweglichkeit im Alltag und dadurch eine höhere Lebensqualität. Diese Ziele werden am besten gemeinsam mit der behandelnden Ärzt:in festgelegt und im Therapieverlauf überprüft.


Da die individuelle Wirkung schwer vorhersehbar ist, ist eine Beobachtung des Therapieverlaufs über mehrere Wochen sinnvoll. Ein einfaches Schmerz- und Beschwerdetagebuch kann dabei helfen, Veränderungen objektiver einzuschätzen, statt sich allein auf den Eindruck einzelner Tage zu verlassen. Bleibt eine relevante Besserung aus, sollte die Therapie gemeinsam mit der Ärzt:in überdacht werden.


Häufige Fragen zu Cannabis bei Arthrose

Zeigt CBD bei Knie-Arthrose klinisch nachweisbare Schmerzlinderung?


Eine randomisierte, placebokontrollierte Studie der MedUni Wien mit 86 Patient:innen fand keinen signifikant stärkeren schmerzlindernden Effekt von hochdosiertem oralem CBD (600 mg täglich) im Vergleich zu Placebo. Für chronische neuropathische Schmerzen ist die Evidenzlage günstiger als für Arthrose-bedingte Schmerzen. Individuelle Reaktionen können dennoch unterschiedlich ausfallen.

Kann die THC-CBD-Kombination Arthrose-Entzündungen effektiver reduzieren als Einzelwirkstoffe?


THC und CBD wirken über unterschiedliche Mechanismen auf Schmerz und Entzündung, eine theoretische Ergänzung beider Wirkstoffe liegt daher nahe. Manche Präparate kombinieren deshalb beide Wirkstoffe in einem festgelegten Verhältnis. Direkte, methodisch hochwertige Vergleichsstudien zur Kombination speziell bei Arthrose fehlen jedoch bislang. Eine gesicherte Überlegenheit gegenüber Einzelwirkstoffen lässt sich daraus aktuell nicht ableiten.

Berichten Arthrose-Patienten über Verbesserung der Gelenksteifigkeit durch CBD?


In einer explorativen Querschnittsbefragung gaben manche Teilnehmer:innen mit Arthrose eine subjektive Verbesserung von Gelenksteifigkeit und Alltagsschmerzen unter CBD an. Solche Erfahrungsberichte sind wertvoll für die individuelle Einschätzung, ersetzen aber keine kontrollierten Studien, die für Arthrose bislang gemischte bis unklare Ergebnisse zeigen.


Die zugrunde liegende Befragung umfasste mehrere hundert Teilnehmer:innen mit unterschiedlichen Arthritis-Formen und erfasste neben der Steifigkeit auch Veränderungen bei Schmerz und Schlafqualität. Da es sich um Selbstauskünfte ohne Kontrollgruppe handelt, lässt sich ein reiner Placeboeffekt nicht ausschließen.

Können Cannabis-Topika lokale Arthrose-Schmerzen gezielt behandeln?


Topisch angewendete Cannabinoide wie CBD-Cremes oder -Pflaster werden direkt auf das betroffene Gelenk aufgetragen und sollen lokal wirken, ohne in nennenswertem Umfang systemisch aufgenommen zu werden. Eine offene Machbarkeitsstudie zu transdermalem CBD-Gel zeigte erste positive Signale bei Schmerz und Steifigkeit. Eine gesicherte Wirksamkeit ist aufgrund fehlender placebokontrollierter Studien derzeit nicht belegt, weshalb Topika eher als zusätzlicher Baustein und nicht als eigenständige Therapie zu verstehen sind.

Hilft medizinisches Cannabis bei chronischen Arthrose-bedingten Schlafstörungen?


THC-haltige Präparate können bei manchen Patient:innen den Schlaf indirekt verbessern, wenn nächtliche Schmerzen abnehmen, die den Schlaf bei Arthrose zusätzlich stören können. Chronischer Schmerz kann den Schlaf durch nächtliches Aufwachen und flachere Schlafphasen stören. Lässt der Schmerz nach, verbessert sich häufig auch die Schlafqualität, unabhängig davon, wodurch die Schmerzlinderung erreicht wird.


Eine eigenständige Indikation für Schlafstörungen besteht bei Arthrose daraus jedoch nicht, und belastbare Studien zu diesem Zusammenhang liegen bislang nicht in ausreichendem Umfang vor.

Reduziert Cannabis den Bedarf an NSAR bei Arthrose-Patienten?


Für einen direkten Rückgang des NSAR-Bedarfs speziell bei Arthrose gibt es bislang keine spezifische Studienlage. Eine retrospektive Dreijahresanalyse bei älteren Schmerzpatient:innen in der Hausarztpraxis zeigte jedoch, dass eine begleitende Cannabistherapie mit einer Reduktion des Opioidverbrauchs einherging. Ob sich ein ähnlicher Effekt auf NSAR übertragen lässt, ist bislang nicht ausreichend erforscht und sollte nicht ohne ärztliche Rücksprache angenommen werden.


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Autorin Aya Sakr

Aya Sakr

Aya Sakr ist freiberufliche Übersetzerin und Copywriterin für internationale Marken und Unternehmen. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht immer, komplexe Themen in klare, zielgruppengerechte und leicht verständliche Texte zu verwandeln – sprachlich präzise und abgestimmt auf die jeweilige Markenstimme. Mit fundiertem akademischem Hintergrund in Germanistik sorgt sie für überzeugenden Content, der Leser:innen begeistert und die Unternehmensziele optimal unterstützt.

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