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Cannabis bei Polyneuropathie: Linderung neuropathischer Schmerzen

Cannabis bei Polyneuropathie: Linderung neuropathischer Schmerzen

Lea Hauke Autor von medizinischen Cannabis

Autor

Lea Hauke

20.08.202613 Min. zum Lesen
Cannabis bei Polyneuropathie: Linderung neuropathischer Schmerzen

Neuropathische Schmerzen gehören zu den schwierigsten Schmerzformen überhaupt. Sie entstehen durch geschädigte Nerven und sprechen oft schlechter auf klassische Schmerzmittel an als andere Arten von Schmerzen.


Kein Wunder also, dass das Interesse an medizinischem Cannabis wächst. Doch kann es neuropathische Schmerzen tatsächlich lindern? In diesem Artikel erfährst du, was die Forschung bisher weiß, für welche Formen der Polyneuropathie Daten vorliegen und worauf es bei einer Cannabistherapie ankommt.


Polyneuropathie verstehen – wenn Nerven schmerzen


Bevor wir uns genauer mit den Einsatzmöglichkeiten von Cannabis für die Linderung von neuropathischen Schmerzen auseinandersetzen, gilt es, Polyneuropathie genau zu verstehen. Denn der Begriff Polyneuropathie bezeichnet keine einzelne Erkrankung, sondern wird als Sammelbegriff für verschiedene Schädigungen der peripheren Nerven verwendet.


Diese Nerven verlaufen außerhalb des Gehirns und Rückenmarks und sind dafür zuständig, Informationen zwischen dem zentralen Nervensystem und dem restlichen Körper weiterzuleiten. Unter anderem sind sie für die Steuerung von Bewegungen, aber auch die Weiterleitung von Reizen wie Schmerzen oder Berührungen zuständig. Darüber hinaus regulieren sie unwillkürliche Körperfunktionen wie Durchblutung, Schweißproduktion und Verdauung.


Werden diese Nerven geschädigt, leidet darunter auch die Übertragung der körperlichen Signale. Die Folge sind Beschwerden wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Schmerzen, die häufig zunächst in den Füßen oder Händen auftreten und sich mit der Zeit ausbreiten können.


Was ist Polyneuropathie?


Polyneuropathie setzt sich aus drei griechischen Wörtern zusammen: „Poly” (viele), „neuron“ (Nerv) und „pathos“ (Leiden). Es handelt sich also um Erkrankungen, bei denen mehrere periphere Nerven gleichzeitig betroffen sind.


Die Beschwerden können sich, je nachdem, welche Nerven geschädigt sind, unterschiedlich äußern. Manche Betroffene leiden vor allem unter Gefühlsstörungen und Taubheitsgefühlen, andere an brennenden oder stechenden Schmerzen. Auch Muskelschwäche oder Gleichgewichtsprobleme können auftreten.


Da sich Polyneuropathien schleichend entwickeln, bleiben erste Anzeichen häufig zunächst unbemerkt oder werden anderen Ursachen zugeschrieben.


Häufige Ursachen – Diabetes und mehr

Häufige Ursachen – Diabetes und mehr


So vielseitig wie die Beschwerden können auch die Ursachen für Polyneuropathien sein. Am häufigsten entstehen sie allerdings als Folge eines Diabetes mellitus. Da dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte Nerven langfristig schädigen können, können sie zu einer sogenannten diabetischen Polyneuropathie führen.


Andere Auslöser können Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel, bestimmte Infektionen oder Autoimmunerkrankungen sein. Aber auch einige Medikamente, wie zum Beispiel bestimmte Chemotherapeutika, kommen infrage. In manchen Fällen ist es schwer, die Ursache auch nach umfassenden Untersuchungen festzustellen.

Neuropathische Schmerzen - Charakteristika


Nicht jede Neuropathie verursacht automatisch Schmerzen. Sind jedoch Schmerzfasern der Nerven betroffen, entstehen häufig sogenannte neuropathische Schmerzen. Sie werden nicht von einer Verletzung ausgelöst, sondern durch eine gestörte Verarbeitung der Schmerzsignale im Nervensystem.


Viele Betroffene beschreiben die Schmerzen als brennend, elektrisierend oder stechend. Hinzu können Kribbeln, Taubheitsgefühle oder eine erhöhte Berührungsempfindlichkeit kommen. Selbst leichte Berührungen, die normalerweise nicht schmerzhaft wären, können dann als unangenehm oder schmerzhaft empfunden werden.


Kann Cannabis bei Polyneuropathie helfen?


Seit mehreren Jahren wird erforscht, inwiefern Cannabis bei der Behandlung von neuropathischen Schmerzen helfen könnte. Besonders bei chronischen Nervenschmerzen deuten Studien darauf hin, dass Cannabinoide für manche Patient:innen eine ergänzende Therapieoption sein könnte. Wie belastbar diese Erkenntnisse sind, schauen wir uns im nächsten Abschnitt genauer an.

Warum neuropathische Schmerzen schwer zu behandeln sind


Da neuropathische Schmerzen nicht durch eine Verletzung oder Entzündung des Gewebes entstehen, unterscheiden sie sich stark von anderen Schmerzformen und springen häufig auch schlechter auf gängige Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen an.


Stattdessen kommen oft Medikamente zum Einsatz, die ursprünglich für andere Erkrankungen entwickelt wurden. Dazu gehören beispielsweise bestimmte Antidepressiva oder Antikonvulsiva wie Gabapentin oder Pregabalin. In manchen Fällen lassen sich damit Verbesserungen erzeugen. Bei manchen Patient:innen wirken sie jedoch weniger gut oder gar nicht und gehen teilweise mit Nebenwirkungen einher.


Das ist auch der Grund, warum nach weiteren Behandlungsmöglichkeiten gesucht wird. Darunter sind auch cannabisbasierte Arzneimittel.


Wie Cannabis in die Schmerzverarbeitung eingreifen könnte

Wie Cannabis in die Schmerzverarbeitung eingreifen könnte


Der Grund, warum Cannabis für die Forschung der Schmerzverarbeitung interessant ist, ist dieser: Cannabinoide, also bestimmte Stoffe aus der Cannabispflanze, wie THC oder CBD wirken auf das körpereigene Endocannabinoid-System ein. Dieses System ist auch an der Verarbeitung von Schmerzreizen beteiligt und spielt außerdem eine Rolle bei Entzündungsprozessen und der Kommunikation zwischen Nervenzellen.


THC bindet vor allem an sogenannte CB1-Rezeptoren, die sich in hoher Zahl im Nervensystem befinden. Dadurch könnte die Weiterleitung bestimmter Schmerzsignale beeinflusst werden.

THC und CBD bei Nervenschmerzen im Vergleich


THC und CBD unterscheiden sich in ihrer Wirkung deutlich. THC wirkt berauschend und wird in einigen Forschungsarbeiten mit schmerzlindernden Wirkungen in Verbindung gebracht. Das Cannabinoid ist für die Forschung hinsichtlich neuropathischer Schmerzen deshalb besonders interessant. Die Mehrzahl der Studien waren jedoch recht klein und verliefen nur über einen Zeitraum von mehreren Wochen, weshalb es weitere Forschung braucht, um belegbare Aussagen treffen zu können.


Im Gegensatz zu THC wirkt CBD nicht berauschend und wird eher hinsichtlich der Stressregulaton oder Entzündungsprozessen untersucht. Während THC bei neuropathischen Schmerzen bislang besser untersucht ist, wird CBD mehrheitlich im Zusammenhang mit chronischen Schmerzen erforscht. Welche Rolle CBD speziell bei Polyneuropathie spielt, lässt sich derzeit jedoch noch nicht eindeutig beantworten.

Was sagt die Studienlage?


Die Forschung zu Cannabis bei neuropathischen Schmerzen existiert zwar, lässt jedoch noch einiges offen. Cannabisbasierte Präparate deshalb euphorisch als Lösung anzupreisen wäre aufgrund der unzureichenden Datenlage falsch. Dennoch gibt es mehrere Hinweise darauf, dass damit bei einem Teil der Patient:innen gute Ergebnisse erzielt werden könnten.

Ergebnisse aus klinischen Studien


Mehrere klinische Studien beschreiben Hinweise auf eine Schmerzlinderung durch cannabisbasierte Arzneimittel. Teilweise berichteten die Teilnehmenden außerdem von Verbesserungen bei Schlaf oder Lebensqualität. Die Ergebnisse fallen jedoch unterschiedlich aus und lassen keine allgemeingültigen Aussagen für alle Patient:innen zu.


Zu den neueren Untersuchungen gehört auch eine randomisierte Phase-III-Studie mit 100 Patient:innen mit schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie. Darin führte ein transdermales Cannabispräparat mit THC, CBD und CBN über zwölf Wochen zu einer deutlichen Schmerzlinderung im Vergleich zu Placebo. Da sich die Studie auf ein spezifisches Präparat beschränkte, sind weitere Untersuchungen notwendig, um die Ergebnisse für andere Cannabisprodukte und Patientengruppen zu bestätigen.

Erkenntnisse aus Reviews und Metaanalysen


Die Studienlage entwickelt sich derzeit dynamisch. Während mehrere aktuelle systematische Reviews Hinweise darauf finden, dass cannabisbasierte Arzneimittel neuropathische Schmerzen bei einem Teil der Patientinnen lindern könnten, bewertet das Cochrane Review von 2026 die Evidenz insgesamt zurückhaltender.


Die Autor:innen sehen derzeit keine ausreichenden Belege dafür, dass cannabisbasierte Arzneimittel neuropathische Schmerzen zuverlässig besser lindern als Placebo. Ein Grund dafür sind unter anderem Unterschiede in den untersuchten Präparaten, kleinen Patientengruppen und der Qualität der verfügbaren Studien.

Für welche Formen der Neuropathie liegen Daten vor?


Die meisten Studien beschäftigen sich mit der diabetischen Polyneuropathie. Daneben liegen Daten zu HIV-assoziierten Neuropathien und chemotherapiebedingten Nervenschäden vor. Für viele andere Formen der Polyneuropathie ist die Evidenz bislang noch begrenzt.

Cannabis bei spezifischen Neuropathie-Formen


Die Studienlage zu Cannabis bei spezifischen Neuropathie-Formen ist unterschiedlich stark ausgeprägt. Während es zu häufig vorkommenden Erkrankungsformen wie diabetischer Neuropathie vergleichsweise viele Studien gibt, liegt bei selteneren Formen weniger Forschungsmaterial vor.

Diabetische Neuropathie


Die diabetische Polyneuropathie gehört zu den am besten untersuchten Formen der Polyneuropathie im Zusammenhang mit medizinischem Cannabis. Mehrere kleinere Studien berichten über eine Schmerzlinderung durch cannabinoidbasierte Therapien, gleichzeitig unterscheiden sich die untersuchten Präparate, Dosierungen und Anwendungsformen deutlich.


Ein aktueller systematischer Review aus dem Jahr 2026 kommt zu dem Schluss, dass cannabinoidbasierte Therapien Schmerzen bei manchen Patient:innen verringern könnten. Aufgrund der geringen Zahl verfügbarer Studien und ihrer unterschiedlichen Qualität lassen sich derzeit jedoch noch keine belastbaren Empfehlungen ableiten.

Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie (CIPN)


Auch bei Nervenschäden infolge einer Chemotherapie wird Cannabis untersucht. Erste Studien liefern Hinweise darauf, dass cannabisbasierte Arzneimittel Beschwerden wie Schmerzen oder Missempfindungen lindern könnten. Die Datenlage ist bislang jedoch begrenzt, weshalb weitere klinische Studien notwendig sind.

HIV-assoziierte und andere Neuropathien


Auch für HIV-assoziierte Neuropathie gibt es kleinere Studien, die darauf hindeuten, dass Cannabis eine Linderung verschaffen kann. Für viele andere Formen der Polyneuropathie ist die Evidenz dagegen noch deutlich geringer. Ob Cannabis eine Option für die Therapie darstellt, hängt deshalb immer vom Einzelfall ab.


Praktische Anwendung von Cannabis bei Polyneuropathie

Praktische Anwendung von Cannabis bei Polyneuropathie


Wenn eine Cannabis-Therapie für dich infrage kommt, dann ist es immer wichtig, dass sie individuell auf dich und deine Beschwerden abgestimmt wird. Das liegt nicht nur daran, dass die verschiedenen Arten von Polyneuropathien unterschiedlich verlaufen können, sondern ist auch davon abhängig, wie du auf Cannabinoide reagierst und welche Ergebnisse du dir erwartest.

Geeignete Darreichungsformen


Vielleicht fragst du dich, ob Cannabis immer geraucht wird. Tatsächlich gibt es verschiedene Möglichkeiten der Anwendung. Je nach Situation können Cannabisblüten, Extrakte oder Öle verschrieben werden.


Welche Cannabis-Darreichungsform am besten geeignet ist, hängt unter anderem davon ab, wie schnell die Wirkung einsetzen soll und welche Beschwerden behandelt werden. Gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt lässt sich die Therapie so an deinen Alltag anpassen.


Dosierung und individuelle Einstellung


Bei medizinischem Cannabis gibt es keine Standarddosis, die für eine gesamte Patient:innengruppe verschrieben wird. Da jeder Mensch anders auf Cannabis reagieren kann, wird die Behandlung in der Regel niedrig gestartet und langsam aufgebaut. So lässt sich am besten beobachten, wie dein Körper auf die Therapie reagiert und welche Dosierung für dich am besten geeignet ist.


THC-CBD-Verhältnis und Therapieziele


Je nach Situation können unterschiedliche Präparate oder Darreichungsformen eingesetzt werden, die sich unter anderem in ihrem THC- und CBD-Gehalt unterscheiden. Für neuropathische Schmerzen gibt es bislang keine allgemeingültige Empfehlung für ein bestimmtes THC-CBD-Verhältnis. Welche Therapie am besten geeignet ist, wird deshalb individuell gemeinsam mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt entschieden und im Verlauf bei Bedarf angepasst.


Kombination mit anderen Schmerztherapien


Medizinisches Cannabis wird meist nicht als alleinstehende Therapie bei neuropathischen Schmerzen angeordnet, sondern oft in Kombination mit anderen Medikamenten eingenommen. Cannabis gilt nicht als Ersatz für bewährte medizinische Behandlungen, sondern dient eher als eine Ergänzung im Therapiekonzept.


Gabapentin und Pregabalin


Gabapentin und Pregabalin gehören zu den Medikamenten, die bei neuropathischen Schmerzen am häufigsten verschrieben werden. Beide Medikamente werden zudem im Rahmen einer Zusatztherapie von Epilepsie angewendet.


Wenn ihre Wirkung zur Behandlung von neuropathischen Schmerzen nicht ausreicht, kann in manchen Fällen über eine Zusatztherapie mit Cannabis nachgedacht werden. Da beide Medikamente müde machen und die Konzentration einschränken können, ist eine schrittweise Einstellung auf cannabisbasierte Präparate besonders wichtig, da sich die Nebenwirkungen dadurch verstärken können.


Antidepressiva bei neuropathischen Schmerzen


Auch bestimmte Antidepressiva gehören zu den Standardmedikamenten bei neuropathischen Schmerzen. Wenn medizinisches Cannabis zusätzlich eingesetzt wird, sollte die Behandlung eng ärztlich begleitet werden.


Der Grund: Cannabinoide können Enzyme beeinflussen, die am Abbau verschiedener Medikamente beteiligt sind. Dadurch können sich Wirkung und Nebenwirkungen bestimmter Arzneimittel verändern. Ob und welche Wechselwirkungen im Einzelfall relevant sind, hängt unter anderem von den verwendeten Medikamenten und dem Cannabispräparat ab.


Topische Behandlungen und multimodale Therapie


Auch, wenn medizinisches Cannabis für manche Patient:innen eine Option sein kann, ersetzt es andere Behandlungsformen in der Regel nicht. Je nach Ursache der Polyneuropathie können beispielsweise Physiotherapie, Bewegung oder weitere Medikamente weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Behandlung sein.


Ziel ist es, die Therapie so zu kombinieren, dass Schmerzen gelindert und gleichzeitig Mobilität, Schlaf und Lebensqualität möglichst erhalten bleiben. In manchen Fällen lässt sie sich mit Cannabis unterstützen.

Risiken, Nebenwirkungen und Verlaufskontrolle


Wie viele andere Medikamente kann auch medizinisches Cannabis Nebenwirkungen verursachen. Ob und welche Nebenwirkungen auftreten, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt unter anderem vom Stoffwechsel, Körpergewicht und der aufgebauten Toleranz ab.


Häufige Nebenwirkungen


Zu den häufigsten Cannabis-Nebenwirkungen gehören Müdigkeit, Schwindel, Mundtrockenheit oder Konzentrationsstörungen. Manche Patient:innen berichten außerdem über Veränderungen des Appetits oder der Stimmung.


Vor allem zu Beginn der Behandlung oder nach einer Anpassung der Dosierung können diese Beschwerden stärker ausgeprägt sein. Deshalb wird eine Cannabistherapie in der Regel mit einer niedrigen Dosis begonnen und bei Bedarf schrittweise angepasst. Treten belastende Nebenwirkungen auf, solltest du diese mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem behandelnden Arzt besprechen. Häufig lässt sich die Therapie durch eine Anpassung der Dosierung oder des Präparats optimieren.


Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten


Viele Menschen mit Polyneuropathie nehmen bereits Medikamente gegen ihre Schmerzen oder andere Begleiterkrankungen ein. Deshalb ist es wichtig, dass deine Ärztin oder dein Arzt einen Überblick über alle Arzneimittel hat, die du verwendest.


Cannabis kann mit bestimmten Medikamenten wechselwirken oder deren Wirkung verstärken. Dazu zählen unter anderem Schlafmittel, Opioide sowie einige Antidepressiva oder Medikamente gegen Nervenschmerzen. Damit die Behandlung möglichst sicher verläuft, sollte eine Cannabistherapie deshalb immer ärztlich begleitet werden.


Erfolgskontrolle und Langzeittherapie


Bei einer Langzeittherapie mit medizinischem Cannabis kann es vorkommen, dass sich mit der Zeit eine Toleranz aufbaut. Regelmäßige Abstimmungen mit einem Arzt oder Ärztin sind deshalb besonders wichtig, wenn du Veränderungen in der Wirksamkeit feststellen solltest.


Cannabis bei Polyneuropathie – eine Option, aber nicht für jeden Fall


Polyneuropathie kann den Alltag erheblich beeinträchtigen und ist oft nur schwer zu behandeln. Gerade wenn herkömmliche Therapien die Beschwerden nicht ausreichend lindern oder mit belastenden Nebenwirkungen verbunden sind, stellt sich für viele Betroffene die Frage nach weiteren Möglichkeiten.


Die bisherige Forschung deutet darauf hin, dass medizinisches Cannabis neuropathische Schmerzen bei manchen Patient:innen lindern könnte. Gleichzeitig ist die Studienlage noch nicht eindeutig und die Wirksamkeit hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Ob eine Cannabistherapie sinnvoll ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten.


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Häufige Fragen zu Cannabis bei Polyneuropathie


Kann Cannabis eine Polyneuropathie heilen?


Nein. Medizinisches Cannabis kann die Ursache einer Polyneuropathie nicht beseitigen. Ziel der Behandlung ist vielmehr, Beschwerden wie neuropathische Schmerzen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.


Kann Cannabis Nervenschmerzen lindern?


Studien deuten darauf hin, dass cannabisbasierte Arzneimittel neuropathische Schmerzen bei manchen Patient:innen lindern könnten. Die Ergebnisse fallen jedoch unterschiedlich aus und lassen sich nicht auf alle Formen der Polyneuropathie übertragen. Ob eine Cannabistherapie infrage kommt, sollte daher immer individuell ärztlich beurteilt werden.


Ist THC oder CBD bei Polyneuropathie besser?


Für neuropathische Schmerzen liegt die meiste Evidenz derzeit für THC-haltige oder THC-dominante Präparate vor. Welche Rolle CBD dabei spielt und welches THC-CBD-Verhältnis optimal ist, ist bislang nicht abschließend geklärt. Welche Therapie geeignet ist, hängt von deinen Beschwerden und deiner individuellen Situation ab.


Hilft Cannabis bei diabetischer Neuropathie?


Für die diabetische Polyneuropathie liegen bislang die meisten klinischen Daten vor. Dazu gehört auch eine aktuelle randomisierte Phase-III-Studie, in der ein transdermales Cannabispräparat (THC/CBD/CBN) die neuropathischen Schmerzen im Vergleich zu Placebo deutlich verringerte. Da sich die Studie auf ein spezifisches Präparat beschränkte, lassen sich die Ergebnisse jedoch nicht ohne Weiteres auf andere Cannabisprodukte übertragen.


Kann Cannabis mit Gabapentin kombiniert werden?


Grundsätzlich kann eine Kombination möglich sein. Da beide Medikamente unter anderem Müdigkeit oder Schwindel verursachen können, sollte sie jedoch immer ärztlich begleitet werden.


Welche Darreichungsform eignet sich bei Nervenschmerzen?


Medizinisches Cannabis ist unter anderem als Blüten, Extrakte oder Öle erhältlich. Welche Darreichungsform am besten geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise von deinen Beschwerden, deinen Therapiezielen und der gewünschten Wirkdauer.


Übernehmen Krankenkassen Cannabis bei Polyneuropathie?


Getrocknete Cannabisblüten werden seit dem 30. Juli 2026 nicht mehr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Sie können weiterhin ärztlich verschrieben werden, müssen aber selbst bezahlt werden.

Für standardisierte Cannabisextrakte sowie Arzneimittel mit Dronabinol oder Nabilon ist eine Kostenübernahme grundsätzlich noch möglich. Dafür muss unter anderem eine schwerwiegende Erkrankung vorliegen, eine geeignete Standardtherapie fehlen oder im Einzelfall nicht anwendbar sein und eine begründete Aussicht auf eine spürbare Besserung bestehen.


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Autoren

Lea Hauke Autor von medizinischen Cannabis

Lea Hauke

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Lea Hauke ist zweisprachige Texterin und Spezialistin für Lokalisierung (Deutsch/Englisch) mit Fokus auf klare und präzise Kommunikation in komplexen und regulierten Bereichen. Seit über fünf Jahren unterstützt sie internationale Unternehmen dabei, Inhalte für den DACH-Markt sprachlich und kulturell passend aufzubereiten.

Ihre Erfahrung umfasst unter anderem SaaS, Finanzen, Bildung sowie Inhalte für internationale Zielgruppen im deutschsprachigen Raum. Dabei arbeitet sie an der Schnittstelle von Copywriting und Transcreation, um Inhalte auch bei sensiblen Themen wie Gesundheit verständlich, vertrauenswürdig und markenkonform zu gestalten.

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