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Medizinisches Cannabis beim Tourette-Syndrom

Das Tourette-Syndrom kann sehr unterschiedlich verlaufen und beginnt in der Regel im Kindes- oder Jugendalter. Manche Betroffene entwickeln nur leichte Tics, während andere erheblich in ihrem Alltag beeinträchtigt sind. So lassen sich wiederkehrende Bewegungen oder Lautäußerungen nur schwer unterdrücken. Nicht selten geht das Tourette-Syndrom mit psychischer Belastung oder Begleiterkrankungen wie ADHS oder Zwangsstörungen einher.


Neben Verhaltenstherapien und medikamentösen Behandlungsoptionen wird der mögliche Einsatz von medizinischem Cannabis untersucht. Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass Patientinnen und Patienten von Medizinalcannabis profitieren können bzw., dass die Tic-Symptomatik besser kontrollierbar ist.

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Was ist das Tourette-Syndrom?

Charakteristisch für die neurologische Entwicklungsstörung sind wiederkehrende motorische und vokale Tics. Motorische Tics äußern sich beispielsweise durch Blinzeln, Kopfbewegungen oder Schulterzucken. Vokale Tics können Räuspern, Husten, Grunzen oder andere unwillkürliche Lautäußerungen umfassen. Sowohl die Häufigkeit als auch die Intensität der Tics kann variieren.


Belastend kommen Begleiterkrankungen hinzu, wie eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Zwangsstörungen oder Angststörungen, die den Alltag zusätzlich erschweren.


Genetische Faktoren sowie Veränderungen bestimmter Botenstoffsysteme im Gehirn sollen eine wichtige Rolle bei der Entstehung des Tourette-Syndroms spielen. Genaue Ursachen sind nicht bekannt.


Behandelt wird das Tourette-Syndrom je nach Schweregrad mit Medikamenten und verhaltenstherapeutischen Verfahren.


Cannabis beim Tourette-Syndrom - aktueller Forschungsstand


Bislang konzentriert sich die wissenschaftliche Forschung vor allem auf THC-haltige Arzneimittel. Untersucht wird, ob sie die Häufigkeit oder Intensität von Tics beeinflussen können. Hintergrund ist die Wechselwirkung von THC mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System, das unter anderem an der Steuerung von Bewegungsabläufen beteiligt ist.


Veröffentlichte Studien umfassen überwiegend kleinere Patientengruppen. Bei einigen Teilnehmenden nahm die Ausprägung motorischer und vokaler Tics ab. Teilweise berichteten die Betroffenen außerdem, dass sie ihren Alltag besser bewältigen konnten und die Erkrankung als weniger belastend empfanden.


Die vorhandenen Daten reichen derzeit jedoch nicht aus, um cannabinoidhaltige Arzneimittel als Standardtherapie zu empfehlen. Fachgesellschaften sehen ihren möglichen Einsatz vor allem bei erwachsenen Patientinnen und Patienten mit schwer ausgeprägter Tic-Symptomatik, wenn etablierte Behandlungsverfahren nicht ausreichend geholfen haben oder nicht vertragen wurden.


Vor einer möglichen Behandlung werden Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen. Dabei fließen unter anderem Begleiterkrankungen, bereits eingenommene Medikamente und die individuellen Therapieziele in die ärztliche Entscheidung ein. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Heilung des Tourette-Syndroms, sondern die Frage, ob sich die Beschwerden so weit verringern lassen, dass die Lebensqualität verbessert wird.


Hinweis: Bei Releaf kannst Du ärztlich prüfen lassen, ob medizinisches Cannabis eine Option für Dich sein kann.