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Medizinisches Cannabis bei Phantomschmerzen

Phantomschmerzen können nach einer Amputation auftreten. Dabei entstehen Schmerzen in einem Körperteil, der nicht mehr vorhanden ist. Viele Betroffene beschreiben die Beschwerden als brennend, stechend oder elektrisierend. Bei manchen treten sie nur gelegentlich auf und bei anderen begleiten sie den Alltag dauerhaft.


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Was sind Phantomschmerzen?

Phantomschmerzen sind Schmerzen, die nach dem Verlust einer Gliedmaße oder eines anderen Körperteils wahrgenommen werden. Obwohl das betroffene Körperteil nicht mehr vorhanden ist, verarbeitet das Gehirn weiterhin Schmerzsignale. Warum das geschieht, ist bis heute nicht vollständig geklärt.


Als Ursache werden Veränderungen im Nervensystem angenommen. Sowohl die durchtrennten Nerven im Bereich des Stumpfes als auch Anpassungen im Rückenmark und im Gehirn scheinen an der Entstehung beteiligt zu sein. Phantomschmerzen zählen deshalb zu den neuropathischen Schmerzen.


Die Behandlung richtet sich nach Art und Stärke der Beschwerden. Neben klassischen Schmerzmitteln können Medikamente gegen Nervenschmerzen verordnet werden. Ergänzend können Patientinnen und Patienten Verfahren wie Spiegeltherapie, Physiotherapie oder psychologische Unterstützung in Anspruch nehmen.


Cannabis bei Phantomschmerzen – aktueller Forschungsstand


Die Wirkung von medizinischem Cannabis bei Phantomschmerzen wurde nur in wenigen Studien untersucht. Die meisten wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigen sich allgemein mit neuropathischen Schmerzen. Spezifische Daten zu Phantomschmerzen sind dagegen selten.


Einzelne Untersuchungen lassen vermuten, dass cannabinoidhaltige Arzneimittel bei einigen Patientinnen und Patienten die Schmerzwahrnehmung verringern könnten. Ob dieser Effekt tatsächlich auf Phantomschmerzen übertragbar ist, lässt sich jedoch nicht sicher beantworten.


Aus diesem Grund gehört Medizinalcannabis nicht zu den Standardtherapien bei Phantomschmerzen. Es kann in ausgewählten Fällen dennoch in Betracht gezogen werden, wenn etablierte Behandlungsverfahren nicht ausreichend helfen oder nicht vertragen werden.


Eine Diagnose allein reicht nicht aus, um über eine medizinische Cannabis-Therapie zu entscheiden. Berücksichtigt werden unter anderem die persönliche Krankengeschichte, die aktuelle Beschwerdesituation, bereits durchgeführte Therapien sowie mögliche Risiken. Bei Releaf wird Deine persönliche Situation online ärztlich beurteilt. Auf dieser Grundlage entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt, ob eine Behandlung mit Medizinalcannabis möglich ist.