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Medizinisches Cannabis bei Morbus Parkinson

Morbus Parkinson entwickelt sich meist schleichend und macht sich anfangs durch Zittern, verlangsamte Bewegungen oder Muskelsteifigkeit bemerkbar. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf können weitere Beschwerden wie Schmerzen, Schlafstörungen oder unwillkürliche Bewegungen hinzukommen.


Moderne Medikamente ermöglichen vielen Betroffenen über lange Zeit eine gute Symptomkontrolle. Nicht immer gelingt es jedoch, alle Beschwerden ausreichend zu lindern. Alternative Therapieoptionen gewinnen deshalb immer mehr Aufmerksamkeit, wozu auch cannabinoidhaltige Arzneimittel gehören.


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Was ist Morbus Parkinson?

Bei der chronisch fortschreitenden neurologischen Erkrankung Morbus Parkinson kommt es zu einem Verlust von Nervenzellen in einer Hirnregion, die für die Bewegungssteuerung verantwortlich ist. Infolgedessen wird weniger Dopamin gebildet, ein Botenstoff, der für koordinierte Bewegungsabläufe eine zentrale Rolle spielt.


Zu den typischen Beschwerden zählen ein Ruhezittern (Tremor), eine verlangsamte Bewegungsausführung (Bradykinese), Muskelsteifigkeit (Rigor) sowie Gleichgewichts- und Gangstörungen. Nicht-motorische Symptome können ebenfalls auftreten, darunter Schlafstörungen, chronische Schmerzen, Verstopfung, depressive Verstimmungen oder ein eingeschränkter Geruchssinn.


Im Rahmen der Behandlung werden zunächst dopaminerge Medikamente gegeben, die den Dopamin-Mangel ausgleichen oder dessen Wirkung verstärken sollen. Ergänzend spielen Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und regelmäßige Bewegung eine wichtige Rolle. Ziel ist es, die Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten und die Lebensqualität zu verbessern.


Cannabis bei Parkinson - aktueller Forschungsstand


Ob cannabinoidhaltige Arzneimittel Parkinson-Symptome lindern können, wird seit mehreren Jahren wissenschaftlich untersucht. Das Interesse beruht unter anderem darauf, dass das Endocannabinoid-System an der Regulation von Bewegungsabläufen, Schmerzempfinden und Schlaf beteiligt ist. Eindeutige Aussagen zur Wirksamkeit bei Morbus Parkinson lassen sich bislang nicht treffen.


Einige kleinere Untersuchungen und Beobachtungsstudien berichten über Verbesserungen einzelner Beschwerden, beispielsweise chronischer Schmerzen, Schlafstörungen oder der allgemeinen Lebensqualität. Auch für bestimmte Bewegungsstörungen wurden vereinzelt positive Effekte beschrieben. Andere Studien konnten diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen.


Aktuell gelten cannabinoidhaltige Arzneimittel nicht als Standardtherapie bei Morbus Parkinson. Als ergänzende Behandlungsoption kann die Verordnung von medizinischem Cannabis unter bestimmten Voraussetzungen erwogen werden. Unter anderem dann, wenn belastende Symptome trotz einer leitliniengerechten Therapie bestehen und andere Maßnahmen keine ausreichende Wirkung gezeigt haben oder nicht gut vertragen wurden.


Vor einer möglichen Behandlung mit medizinischem Cannabis bei Parkinson werden die bestehenden Beschwerden, Begleiterkrankungen sowie die aktuelle Medikation sorgfältig berücksichtigt. Gerade bei Parkinson spielen mögliche Wechselwirkungen und die individuelle Verträglichkeit eine wichtige Rolle. So sollte eine Cannabis-Therapie stets ärztlich begleitet werden.


Hinweis: Bei Releaf kannst Du prüfen lassen, ob eine Verordnung von Medizinalcannabis für Dich grundsätzlich möglich ist.