Medizinisches Cannabis bei nicht-tumorbedingten Schmerzen
Nicht-tumorbedingte Schmerzen begleiten viele Betroffene über Monate oder sogar Jahre und können den Alltag stark einschränken, die Beweglichkeit verringern und Schlaf sowie Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Verschiedene Schmerztherapien stehen zur Verfügung. Doch nicht immer lassen sich die Beschwerden zufriedenstellend kontrollieren. Hinzu kommt, dass manche Medikamente nur eine begrenzte Wirksamkeit haben oder wegen unerwünschter Nebenwirkungen nicht langfristig eingesetzt werden können.
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Was sind nicht-tumorbedingte Schmerzen?
Nicht-tumorbedingte Schmerzen können unter anderem auf Verschleißerkrankungen, Nervenschäden, rheumatische Erkrankungen oder die Folgen einer Verletzung beziehungsweise Operation zurückgeführt werden. Bleiben die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, verändern sich die Schmerzverarbeitung und das Schmerzempfinden. Aus einem zunächst akuten Schmerz kann sich so eine eigenständige chronische Schmerzerkrankung entwickeln.
Chronische Schmerzen können sich sehr unterschiedlich äußern. Manche Menschen empfinden sie als dumpf oder ziehend, andere eher als stechend, brennend oder plötzlich einschießend. Zudem leiden Betroffene oftmals zusätzlich unter Schlafproblemen, Erschöpfung oder einer verminderten Belastbarkeit. Das kann die Lebensqualität deutlich einschränken.
Behandelt werden nicht-tumorbedingte Schmerzen mithilfe verschiedener Maßnahmen. Wichtige Bausteine eines Therapiekonzeptes sind Medikamente, Bewegungstherapie, Physiotherapie, psychologische Verfahren sowie eine individuell abgestimmte Schmerztherapie.
Cannabis bei nicht-tumorbedingten Schmerzen - aktueller Forschungsstand
Der Einsatz von medizinischem Cannabis bei nicht-tumorbedingten Schmerzen ist eine mögliche Option. Insbesondere dann, wenn die Beschwerden trotz leitliniengerechter Behandlung fortbestehen, etablierte Medikamente nicht ausreichend wirksam sind oder starke Nebenwirkungen verursachen.
Wissenschaftliche Übersichtsarbeiten zeigen, dass medizinisches Cannabis bei bestimmten chronischen Schmerzen eine Linderung bewirken kann. Die aussagekräftigsten Daten gibt es derzeit für neuropathische Schmerzen. Bei anderen Schmerzformen fällt die Studienlage weniger eindeutig aus.
Neben einer möglichen Verringerung der Schmerzwahrnehmung berichten einige Patientinnen und Patienten auch über Verbesserungen der Schlafqualität oder eine erleichterte Alltagsbewältigung. Übertragbar ist dies jedoch nicht auf alle Betroffenen.
Medizinalcannabis kann unter bestimmten Voraussetzungen eine ergänzende Behandlungsoption sein. Vorab sollten der Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abgewogen werden. Zudem sollte die Therapie mit Cannabis bei nicht-tumorbedingten Schmerzen ärztlich begleitet werden.
Hinweis: Die Entscheidung für oder gegen eine Behandlung mit Medizinalcannabis wird stets individuell getroffen. Bei Releaf prüft eine Ärztin oder ein Arzt, ob eine Verschreibung in Deinem Fall möglich ist.