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Medizinisches Cannabis bei schmerzhafter Menstruation

Für viele Frauen gehören Regelschmerzen zum Monatszyklus. Doch nicht jede Menstruation verläuft gleich. Manche verspüren nur ein leichtes Ziehen im Unterbauch. Andere leiden unter starken Krämpfen, die bis in den Rücken oder die Beine ausstrahlen. Häufig treten zusätzlich Übelkeit, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden auf. Bei einigen schränken die Schmerzen den Alltag kaum ein. Andere müssen auf Sport verzichten, sich krankmelden oder Termine absagen. Halten die Beschwerden an oder nehmen sie mit der Zeit zu, sollte eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt die Ursache abklären.


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Was ist eine schmerzhafte Menstruation?

Der medizinische Fachbegriff für schmerzhafte Regelblutungen lautet Dysmenorrhoe. Charakteristisch sind krampfartige Unterbauchschmerzen, die meist kurz vor oder zu Beginn der Menstruation einsetzen und häufig nach ein bis drei Tagen wieder nachlassen. Zusätzlich können Übelkeit, Durchfall, Rückenschmerzen, Kopfschmerzen oder ein ausgeprägtes Erschöpfungsgefühl auftreten.


Nicht jede Dysmenorrhoe hat dieselbe Ursache. Eine organische Erkrankung liegt bei der primären Dysmenorrhoe nicht vor. Hier spielen unter anderem die Botenstoffe Prostaglandine eine Rolle. Sie fördern die Kontraktionen der Gebärmutter und können dadurch Schmerzen verstärken. Bei der sekundären Dysmenorrhoe sind die Beschwerden Folge einer anderen Erkrankung. Ursächlich können beispielsweise eine Endometriose, Adenomyose oder entzündliche Veränderungen im Becken sein. Treten Regelschmerzen erstmals in stärkerer Form auf oder nehmen sie mit der Zeit deutlich zu, ist eine gynäkologische Untersuchung sinnvoll.


Cannabis bei schmerzhafter Menstruation – aktueller Forschungsstand


Es wird nur wenig an der Frage geforscht, ob medizinisches Cannabis Regelschmerzen lindern kann. In der Forschung steht vor allem das Endocannabinoid-System im Mittelpunkt, weil es an der Verarbeitung von Schmerzreizen beteiligt ist. Zudem wurden Endocannabinoid-Rezeptoren auch im Gewebe des weiblichen Fortpflanzungssystems nachgewiesen. Das bedeutet aber nicht, dass cannabinoidhaltige Arzneimittel bei einer schmerzhaften Menstruation tatsächlich wirksam sind.


Forschende haben sich auf experimentelle Arbeiten oder auf andere Schmerzerkrankungen konzentriert. Übertragbar sind diese Ergebnisse nicht auf die Dysmenorrhoe. Gynäkologische Leitlinien empfehlen zunächst etablierte Behandlungsverfahren wie nichtsteroidale Antirheumatika oder hormonelle Therapien.


Sollten sich die Symptome auch nicht unter einer angemessenen Therapie verbessern oder nehmen sogar zu, ist eine gynäkologische Überprüfung dringend zu empfehlen. Erst dann ist beurteilbar, welche weiteren therapeutischen Möglichkeiten sinnvoll sein können. Bei Releaf kann anschließend ärztlich geprüft werden, ob medizinisches Cannabis unter Berücksichtigung der bisherigen Behandlung und der persönlichen Situation grundsätzlich als ergänzende Option infrage kommt.