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Medizinisches Cannabis bei Epilepsie

Epilepsie kann das Leben auf unterschiedliche Weise beeinflussen. Manche Menschen erleben nur selten Anfälle. Andere müssen ihren Alltag dauerhaft an die Erkrankung anpassen. Zahlreiche Antiepileptika stehen zwar zur Verfügung, es gelingt jedoch nicht immer, die Anfälle vollständig zu kontrollieren. Bei einem Teil der Betroffenen bleiben sie trotz mehrerer Therapieversuche bestehen oder die Behandlung geht mit belastenden Nebenwirkungen einher.


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Was ist Epilepsie?

Epilepsie ist eine chronische neurologische Erkrankung, bei der es wiederholt zu epileptischen Anfällen kommt. Ursächlich sind vorübergehende, unkontrollierte elektrische Entladungen von Nervenzellen im Gehirn. Welche Beschwerden dabei auftreten, hängt davon ab, welche Hirnregion betroffen ist.

Nicht jeder Anfall verläuft gleich. Bewusstseinsverlust und ausgeprägte Krampfanfälle können auftreten. Bei anderen kommt es nur zu kurzen Bewusstseinsaussetzern, Muskelzuckungen oder Veränderungen der Wahrnehmung.

Ziel der Behandlung ist es, die Anfallshäufigkeit möglichst zu verringern oder eine vollständige Anfallsfreiheit zu erreichen. Hierfür stehen verschiedene Antiepileptika zur Verfügung. Die Auswahl richtet sich nach der jeweiligen Epilepsieform.

Cannabis bei Epilepsie - aktueller Forschungsstand

Ob Cannabinoide epileptische Anfälle beeinflussen können, wird seit vielen Jahren wissenschaftlich untersucht. Im Mittelpunkt der Forschung steht dabei vor allem Cannabidiol (CBD), ein Bestandteil der Cannabispflanze ohne berauschende Wirkung. Im Gegensatz dazu ist für THC-haltige Cannabisblüten und -extrakte bislang keine vergleichbar belastbare Evidenz vorhanden.

Besonders gut untersucht wurde Cannabidiol bei seltenen, schwer behandelbaren Epilepsie-Formen wie dem Dravet-Syndrom, dem Lennox-Gastaut-Syndrom und der tuberösen Sklerose. Randomisierte, placebokontrollierte Studien konnten zeigen, dass gereinigtes CBD die Zahl epileptischer Anfälle zusätzlich zur bestehenden Standardtherapie reduzieren kann. Diese Ergebnisse führten zur Zulassung eines CBD-haltigen Arzneimittels für ausgewählte Patientengruppen.

Für andere Epilepsie-Formen lässt sich diese Datenlage nicht übertragen. Fachgesellschaften weisen darauf hin, dass die wissenschaftliche Evidenz außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete begrenzt ist. Daher sollte stets sorgfältig geprüft werden, ob medizinisches Cannabis als Therapieoption überhaupt geeignet ist.

Wichtiger Hinweis: Cannabinoidhaltige Arzneimittel sollten niemals ohne ärztliche Begleitung eingenommen oder bestehende Antiepileptika eigenständig reduziert oder abgesetzt werden.

Jede Krankengeschichte ist anders. Deshalb wird bei Releaf individuell ärztlich geprüft, ob medizinisches Cannabis in Deinem Fall eine geeignete Behandlungsoption sein kann.